Europa auf dem linken Auge blind?

So, mir reicht es wieder einmal ein bisschen. Auf Facebook ist – gerade auch im Vorfeld von bestimmten Wahlen – wieder einmal ein verstärkter “Kampf der Ideologien” festzustellen. Zumindest kommt mir das so vor. Und dann passiert es heutzutage schnell, dass man in eine “Schublade” gesteckt wird. Rings oder Lechts, das kann man ja so schnell velwechsern. Oder so.

Gut, man ist auch selbst schuld – wer auf seiner Startseite postet, dass Flüchtlingen geholfen werden sollte und die Hetze mancher politischen Parteien gar nicht so toll ist – der muss doch damit rechnen, ins “Linke Eck” gestellt zu werden. Von dieser Seite bekommt man dann auch schnell mal Applaus für solche Meldungen.

Wer da was dagegen hat, ist dann schnell mal ein “Rechter” oder es wird gleich die Nazikeule geschwungen. Überhaupt kann es politisch schnell mal zu einem “Eiertanz” werden, eine Meinung rechts der Mitte zu vertreten. Denn hier wacht die Gesellschaft (meiner Meinung nach ZURECHT) mit Argusaugen, was unter “Wiederbetätigung” fällt, was an dunkle Kapitel der Vergangenheit erinnert, etc.

Aber was ist eigentlich mit der anderen Seite? Ist es “besser” links zu sein? Manchmal hat man den Eindruck, oft sind es ja die Intellektuellen, die gebildeten, die urbane und moderne Bevölkerung, die stolz darauf ist, “links” zu sein. Und wie steht es mit jemandem wie mir – der dann immer wieder einmal “klassisch linke” Themen aufgreift und propagiert. Zum Beispiel, dass man Flüchtlingen helfen sollte.

Haben all diese Leute vergessen, dass es ebenso LINKE Ideologien waren, die Not und Elend über große Teile der Welt gebracht haben? Die furchtbare Diktatoren und brutale Regime wachsen ließen? Die hunderten Millionen von Menschen allein im 20. Jahrhundert den Tod brachten? Stalin, Lenin, Pol Pot, Mao Zedong, Kim Jung Un (und sein Vater) … um nur mal einige wenige zu nennen. Ein Freund von mir sagte einmal: “Das Grundproblem beim Sozialismus – bei allen linken Ideologien – ist, dass ihm irgendwann einmal das Geld anderer Leute ausgeht” Und dann wird es in den meisten Fällen sehr ungemütlich.

Clarence_WitherspoonIn Europa ist es “schick”, links zu sein. Aber ich befürchte, man ist hier auf einem Auge blind – man unterteilt die Welt in ein Gut/Böse Schema, das hier einfach nicht angebracht ist. Linke Ideologien haben genauso wie rechte Ideologien ein unglaubliches Zerstörungspotential in sich. Das PROBLEM ist meiner persönlichen Meinung nach nicht eine Frage der Ideologie – sondern eine Frage, wer der Gott in einem System oder in einer Weltanschauung ist. Aber dazu schreibe ich morgen noch etwas 🙂

Heute geht es mir wirklich nur um die Frage, ob Europa auf dem linken Auge blind ist (ich weiß nicht, wer diese Formulierung mal aufgeworfen hat. Finde aber, es trifft das Problem gut)

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4 Responses to Europa auf dem linken Auge blind?

  1. padener says:

    Die Frage ist die, wie weit Links oder Rechts, und was ist noch die Mitte….??

  2. theomix says:

    Links positiv bewertet, hat Erich Fried das mal gut ausgedrückt:
    http://www.suzanne.de/worte/fried/kinder/kinder.html

    • Theolunke says:

      Hm. Positiv bewerten kann man “Links” immer. Solange es Theorie bleibt.
      So gut wie alle Versuche, “linkes” Gedankengut massiv in Politik zu verpacken führte zu Diktaturen, Repressionen und Not.

      Aber klar, wenn man “Links” einfach anders definiert, als es überall gelebt wurde (und wird) … dann kann man es “positiv” bewerten. Aber ist dass dann nicht “Etikettenschwindel”?

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