Scheitern erlaubt!

Na – wie geht´s? Heute schon versagt? Ich möchte heute ein echt schwieriges Thema anschneiden – gerade in der Fastenzeit, wo viele von uns sich vornehmen, Gott neu zu suchen, ihn anzubeten und ganz bewusst Zeit für IHN zu reservieren, ist das Thema “Versagen” sehr schwierig. Oft starten wir mit viel Elan … aber irgendwann fühlt es sich so an, als würde man wieder mal auf einem Scherbenhaufen sitzen.

Thomas Max Müller  / pixelio.de

Thomas Max Müller / pixelio.de

In unserer Kultur ist “Scheitern” leider immer noch ein Tabuthema. Jemand, der eine Firma in den Konkurs gesetzt hat, jemand, der wegen fehlender Leistungen gekündigt wurde und keinen Job mehr findet, jemand, dessen Ehe gescheitert ist – all diese Menschen sind stigmatisiert mit dem Image eines Verlierers. Aber noch viel mehr legen wir diesen Maßstab im geistlichen Bereich an uns an, oder? Wir nehmen uns vor, GERADE in der Fastenzeit früher aufzustehen, feste Gebetszeiten einzuhalten, mehr Bibel zu lesen, wichtige Anliegen vor Gott zu bringen … und dann vergehen ein paar Tage und wir merken abends beim Schlafengehen, dass der heutige Tag vergangen ist ohne auch nur einen dieser Dinge umzusetzen. Wieder mal gescheitert, wieder mal – versagt! Was wird Gott nun von uns denken, wir fühlen uns in den Garten Gethsemane versetzt, wo Jesus seine Jünger traurig mit den Worten anspricht: “Schlaft ihr schon wieder? Könnt ihr nicht einmal EINE Nacht mit mir wachen?

Kennt ihr dieses Gefühl? Vielleicht schon jetzt, in dieser noch so jungen Fastenzeit? Wie gehen wir damit um? Oft bleibt dieses Gefühl des Scheiterns ein treuer Begleiter und wir trauen uns nicht mehr, uns große Ziele zu stecken. Das gilt übrigens bei allen Dingen, auch wenn wir anderswo scheitern führt das manchmal dazu, dass wir nur mehr zögernd vorangehen, nur mehr bescheidene Ziele anstreben und aufhören, uns “nach der Decke zu strecken”. Aber letztendlich glauben wir dann die Lügen des Widersachers, des großen “Durcheinanderbringers”, des Teufels, der uns immer wieder an unser Scheitern erinnert, der es uns immer wieder vor Augen führt und dem die Stimme gehört, die uns einflüstert: “Schau doch, du hast immer versagt! Du wirst wieder versagen, also vergiss es! Hör auf, nach großen Dingen zu streben und begnüge dich lieber mit dem, was du hast! Besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach …”

Und letztendlich führt es dazu, dass man als Christ einfach vor sich hinlebt – man weiß zwar, dass man mit Gott “über Mauern springen kann”! Aber man versucht es gar nicht erst, weil ja die Gefahr besteht, dass man auf die Schnauze fällt. Und wer ist dann Schuld daran? Gott kann man ja schlecht die Schuld geben, also liegt es wieder einmal an einem selbst. Man hat wieder versagt …

Es geht auch anders …

Dieter Schütz  / pixelio.de

Dieter Schütz / pixelio.de

Aber es gibt auch einen anderen Weg, mit unserem Scheitern umzugehen! Diesen Weg zeigt uns Jesus, dieser Weg liegt im Evangelium (das heißt übrigens: Frohe Botschaft!). Wie begegnet Jesus seinen Jüngern, die immer wieder gescheitert sind? Mit Liebe! Petrus ist ein bisschen das “Paradebeispiel” eines Nachfolgers von Jesus, der grandiose Versprechen macht, gewaltige Schritte im Glauben geht – und immer wieder scheitert! Aber Jesus begegnet gerade ihm nach seiner Auferstehung und fragt in einfach nur: “Liebst du mich?”

Das ist die Frage, die ÜBER allem Scheitern steht – es geht nicht um unsere Leistungen, es geht nicht darum, Gott mit religiösen Übungen, guten Taten, fleißig eingehaltenen Gebetszeiten oder stundenlangem Bibellesen zu beeindrucken! Gott sehnt sich nicht nach unseren religiösen Leistungen, sondern nach UNS! Danach, dass wir ihn lieben, dass wir uns immer wieder neu aufmachen ihn zu suchen und – ja, dass uns nicht einmal unser Scheitern davon abhält, aufzustehen und neu mit ihm zu starten! Weißt du eigentlich, dass Gott “über dich jubelt” (lies nach im Alten Testament, bei Zefanja 3,14) ? Egal, wie oft du scheiterst?

Ich möchte dich echt ermutigen, dich weiterhin “nach dem Himmel zu strecken”, das Unmögliche zu versuchen und immer wieder neu voll durchzustarten mit Gott. Und ja, wir werden dabei immer wieder scheitern – aber das ist sowas von egal! Weil es darauf nicht ankommt … und wir selbst in unserem Versagen Gott total erleben, ihm näherkommen und besser kennen lernen.

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5 Responses to Scheitern erlaubt!

  1. Hans Kaiser says:

    Alleine dieser Artikel ist es wert, Deinem Blog zu folgen! Danke für die Ermutigung, sich immer wieder nach dem Himmel zu strecken, das unmögliche zu versuchen und immer wieder neu durchzustarten. Mit Gott und für mich.

  2. Reblogged this on Life Church and commented:
    Wie Recht du hast! Ein hervorragend Artikel, exzellent geschrieben. LG Peter

  3. johannes says:

    Starkes Thema, ja Scheitern erlaubt……..
    2.Korinther 12,9 , denn seine Kraft ist in den Schwachen mächtig…..
    Eine stark gesegnete Zeit Euch allen
    Hans

  4. Sabine Depew says:

    Toll auf den Punkt gebracht! Darum geht es doch: nicht aufhören, sich nach dem Himmel zu strecken und dabei Fehlerkultur zulassen.

  5. Service says:

    Reblogged this on Bibelmedizin and commented:
    So erfahre ich das gerade, ja.

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