Eine (Frei-)Kirche in einem Kino?

Was ist eigentlich eine “Freikirche”? Und von was ist so eine Kirche frei? Und wie kommt so eine Freikirche in ein Kino?

Fragen, die sich vielleicht manche schon mal gestellt haben – wenn wir in diesen Tagen für “EINE” Kirche gebetet haben, für die Einheit der christlichen Kirche, dann möchte ich euch auch einen kleinen Einblick in “meine” Kirchengemeinde geben. Das kann für manche auch ein Gebetsimpuls sein, vielleicht ganz neu auch für die Kirchengemeinden in ihrer Stadt zu beten … ganz egal ob katholische Pfarren, evangelische Kirchen oder eben – Freikirchen.

Wovor ist also eine Freikirche “frei”? Nun, grundsätzlich bedeutet “frei” hier, frei von übergeordneten “Strukturen”, von institutionellen Zwängen und auch frei von langen “Lehrtraditionen”. Was aber NICHT heißt, dass man keine Strukturen hat oder dass es nicht auch einfach eine menschliche Institution ist. Und was die “Tradition” angeht – natürlich gibt es auch diese. Einerseits bringen 50 Jahre Kirchengemeinde schon eine eigene “Gemeindetradition” mit sich. Anderseits gründen sich die meisten Freikirchen auf die reformatorisch-evangelische Tradition.

“Freikirchen” sind also nicht in allem frei, sondern die Bibel ist der Maßstab in allen Glaubens- und Lebensfragen. Sie sind nicht “unabhängig” im Sinne von frei von anderen Christen sondern sind ein unabtrennbarer Teil der EINEN, HEILIGEN, KATHOLISCHEN und APOSTOLISCHEN Kirche.

Die “Kirche im Kino”

kikAber wie kommt so eine Freikirche dann ins Kino? Ganz einfach – indem Gott sie hineinführt. Die Evangelikal-Freikirchliche Gemeinde Innsbruck (EFG Innsbruck) wurde vor 50 Jahren gegründet, ich selbst wurde da quasi “hineingeboren”. Nachdem nach Phasen des zahlenmäßigen Wachstums immer wieder mal der Ort gewechselt werden musste, entstand um die Jahrtausendwende der Wunsch, endlich “eigene” Gemeinderäume zu kaufen. Und schnell fand man ein echt tolles Projekt – der “Glockenhof” in Innsbruck stand zum Verkauf. Geld wurde gesammelt, mit Banken verhandelt … Gott schien alle Ampeln auf GRÜN zu stellen. Schließlich bekamen wir an einem Montag das OK von der Bank für die Finanzierung. Als am nächsten Tag in der Früh beim Makler angerufen wurde, hieß es dann aber – für alle wie aus heiterem Himmel: “Die Anlage wurde gestern verkauft!

Das Problem dabei war: Wir hatten den Mietvertrag unserer Räume bereits ein halbes Jahr vorher gekündigt (ein Jahr Kündigungsfrist) – und plötzlich standen wir also kurz davor, auf der Straße zu landen. In dieser Situation fragten wir mal – eher nebenbei – bei einem Innsbrucker Kino an, um dort Gottesdienste zu feiern. Das war vor 10 Jahren … und seitdem kennt man uns als “Kirche im Kino“.

Aber der Weg, den Gott mit uns als Kirchengemeinde hat, geht noch weiter, er endet nicht im Kino. Nachdem uns Anfang diesen Jahres mitgeteilt wurde, dass wir das Kino nur mehr bis Sommer nutzen können, sind wir wieder auf “Herbergssuche”. Aber wieder dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns weiter führt. Aktuell sind es wieder spannende Zeiten, und ich freu mich fast schon darauf zu sehen, was Gott jetzt wieder vor hat mit uns als Kirchengemeinde.

Gebetsanliegen

Ich möchte euch hier ganz allgemein bitten, dass ihr für diejenigen betet, die in den Kirchengemeinden eurer Stadt Verantwortung tragen. Papst Franziskus hat es bei seiner Wahl gesagt: “Auch die Leiter der Kirche brauchen euer Gebet” – dieses Anliegen liegt mir sehr am Herzen, egal ob es um Herausforderungen der lokalen Kirche geht (wie im Moment bei der Kirche im Kino die “Raumfrage”), die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen oder gesellschaftliche Entwicklungen. Betet um Weisheit für diejenigen, die Gottes Kirchengemeinden führen.

Betet auch für lebendige Kirchengemeinden, in denen das Evangelium ohne Furcht gepredigt wird, in denen Menschen Gott begegnen und echte Hoffnung erleben können.

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3 Responses to Eine (Frei-)Kirche in einem Kino?

  1. padener says:

    Darf ich fragen, was für eine Ausrichtung(Adventisch,Baptistische etc.),deine Kirche hat?

    • Theolunke says:

      Hm. Also gegründet wurden wir vom Missionshaus Bibelschule Wiedenest aus Deutschland … quasi aus der Tradition der “offenen Brüdergemeinden” in Deutschland.

      In Österreich gehören wir zum “BEG” – zum “Bund evangelikaler Gemeinden” …

      🙂

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