Ein Ort des Gebets (konkretes Anliegen für Einheit)

Guten Morgen,

ich habe mir vorgenommen, in diesen 7 Wochen auch sehr konkret um Anliegen zu bitten. Das betrifft natürlich oftmals eher meine Stadt (Innsbruck) und die Umgebung. Aber vielleicht möchtest auch du konkret für Themen in deiner Stadt bitten.

Diese Woche also das Thema “Einheit der Kirche” – und da geht es mir auch stark um das Thema “Gebet”! Ich möchte Gott bitten für eine überkonfessionelle Gebetsbewegung in Innsbruck. Zum Beispiel nach dem Vorbild “Gebetshaus Augsburg”. Aber es kann auch etwas ganz anderes sein – ich bete für einen Ort, wo Christen aus unterschiedlichen Prägungen ihre “konfessionelle Comfort-Zone” verlassen, um gemeinsam zu beten. Das kann bedeuten, dass katholische Christen in diesem Rahmen verzichten, Maria mit in die betende Betrachtung mit hinein zu nehmen, charismatische Christen nehmen Rücksicht auf andere und beten nicht laut in Zungen und die klassischen “Evangelikalen” öffnen sich für neue und vielleicht ungewohnte Formen der Anbetung.

anliegen2 KopieSo ein Ort könnte ein echtes Zeugnis für die Einheit sein, ein “heiliger” Ort, an dem für die Stadt, die Menschen in ihr und die Gesellschaft gebetet wird. Ein Ort, an dem Menschen Gott begegnen und SEINE Anliegen erfahren und weiter tragen. Ein Ort, an dem “Zeichen und Wunder geschehen” – und mir geht es NICHT primär um Heilungswunder oder ähnliches. Sondern um das Wunder der Einheit – einer Einheit, die nicht von Menschen gemacht ist, sondern Gottes Wesen widerspiegelt. Es geht mir um das Wunder von echter Gottesbegegnung, ein Ort, wo der Heilige Geist Herzen berührt und Menschen errettet. Dass Gott auch darüber hinaus Wunder wirkt – das ist unbestritten. Aber ich bete für einen Ort, an dem die erste Sehnsucht dem GEBER von guten Gaben gilt, und nicht den Gaben selbst!

Gebet für die Einheit der Kirche

0 Du ewiger, barmherziger Gott,
Du bist ein Gott des Friedens, der Liebe und der Einigkeit,
nicht aber des Zwiespalts.
Weil aber Deine Christenheit Dich verlassen hat
und von Deiner Wahrheit gewichen ist,
hast Du sie sich teilen und trennen lassen,
auf dass sie mit ihrer vermeintlichen Weisheit
in der Uneinigkeit zu Schanden würde
und zu Dir zurückkehre,
der Du allein Einigkeit gibst.

Wir armen Sünder bitten Dich:
Du wollest durch den Heiligen Geist
alles Zerstreute zusammenbringen,
das Geteilte vereinigen und ganz machen,
auch uns geben,
dass wir Deine einige, ewige Wahrheit suchen,
von allem Zwiespalt abweichen,
dass wir eines Sinnes und Verstandes werden,
der da gerichtet sei auf Jesum Christum, unsern Herrn,
damit wir Dich, unsern himmlischen Vater,
mit einem Munde preisen und loben mögen
durch unsern Herrn Jesum Christum im Heiligen Geist.
Amen.

Quelle: “Samenkörner des Gebets” (1841) von Wilhelm Lohe

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3 Responses to Ein Ort des Gebets (konkretes Anliegen für Einheit)

  1. Pingback: Ein Haus mit vielen Räumen? | Der Theolunke

  2. Die Quellenangabe zu o. a. Gebet „für die Einheit der Kirche“ geht ins Leere, weil die Linkseite ihrerseits keine Quellenangabe enthält. Eine echte Quellenangabe kann nur ein Verweis auf einen begründet authentischen Luthertext sein, z. B. so (mit Bezug auf die Papstkirche): „Wir gestehen ihnen nicht (zu), daß sie die Kirche sein, und (sie) sind‘s auch nicht [ … ]“ (Martin Luther, Schmalkaldische Artikel, III. Teil, Von der Kirchen, in: Die Bekenntnisschriften der Evangelisch–Lutherischen Kirche, Göttingen 1992, S. 459); oder: „Denn die Wiedertäufer vermögen nicht gewiß zu sein, daß ihr Wiedertaufen recht sei, weil sie ihr Wiedertaufen auf den Glauben gründen, welchen sie doch nicht wissen können, und sich also mit ihrem Wiedertaufen auf ein unsicheres Spiel einlassen. [ … ] Und wer ungewissen Wahn für gewisse Wahrheit lehrt, der lügt ebensowohl wie der öffentlich wider die Wahrheit redet.“ (Martin Luther, Von der Wiedertaufe an zwei Pfarrherrn, in: Kurt Aland (Hg.), Luther Deutsch, 4, Göttingen 1990, S. 129) — Hiervon abgesehen: Ein Gebet Luthers um Einheit der Christen muß schon im Kontext von Luthers Lehre belassen werden. Es in den Kontext der heutigen ökumenischen Bewegung zu stellen, ist eine extreme Verfälschung von Luthers Anliegen und nichts anderes als Mißbrauch.

    • Theolunke says:

      Lieber Herr Egger,
      vielen Dank für den kritischen Beitrag – da Sie Luthers Lehre gewiss besser kennen als ich, möchte ich an dieser Stelle eine Diskussion vermeiden. … und einem so glühenden Verteidiger Luthers (wie ich Ihrer Homepage entnehme) stelle ich mich auch ungern in den Weg 😉 (ob Luther diese Verteidigung so notwendig hat, weiß ich zwar nicht. Aber ich denke, er würde sich sehr freuen – vielleicht)

      Aber in dem Gebet bittet er eindeutig um “Einheit” – oder irre ich mich da?

      Was übrigens die Quellenangabe angeht – hier geht es nur darum, von welcher Seite ich den Text hab. Aber es stimmt, ist unkorrekt … und eine kurze Recherche ergab, dass es auch (vermutlich) keine richtige Information ist, da der Text aus dem Büchlein “Samenkörner des Gebets” des treuen Lutheraners Wilhelm Lohe (1841) stammt.
      Wird gerne korrigiert (ohne dass ich jetzt allerdings den Kontext der Lehre von Wilhelm Lohe herausarbeiten werde … 🙂

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