7 Wochen Gebet: EINE Kirche?! (+Podcast)

7 Wochen Gebet für unser Land – ich möchte beginnen mit einem Gebet für die Kirchen in diesem Land. Oder genauer gesagt: Die EINE Kirche. Denn irgendwie ist die Mehrzahl von Kirchen ein Wort, dass es so nicht gibt. Denn “Kirche” ist ja keine Institution, kein Verein und keine Konfession, sondern etwas, das Gott eingerichtet hat. Und er hat nur EINE Kirche gegründet …

Aber welche denn nun? Im Glaubensbekenntnis bekennen wir “die EINE, HEILIGE, KATHOLISCHE und APOSTOLISCHE Kirche” … aber was heißt das? Und was kann man erwarten, wenn ein NICHT-Katholik (ein “Freikirchler”) in einem katholischen Gebetskreis über genau diesen Satz einen kurzen Vortrag hält? Die Antwort findet ihr in einem Audio-Podcast hier: http://loretto.at/gebetskreis/innsbruck/audio/heilige-katholische-apostolische-kirche

Es lohnt sich, eine halbe Stunde Zeit zu nehmen um da hinein zu hören. Aber ich weiß selbst, manchmal ist das mit “Zeit nehmen” leichter gesagt als getan 😉
Darum hier eine sehr kurze (!!) Zusammenfassung des Vortrages (falls du keine Zeit hast, den Podcast zu hören – was ich sehr schade finden würde. Wirklich. Also ganz echt!)

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Ich glaube … die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche

Wisst ihr eigentlich, dass wir in einer unglaublich spannenden Zeit leben? Das Zeichen und Wunder vor unseren Augen passieren – und wir sind mit dabei? Die Tatsache, dass weltweit Christen aus den unterschiedlichen Konfessionen miteinander beten, ist nicht selbstverständlich, im Gegenteil! Es ist ein Wunder! Und dass ich als Freikirchler so einen Vortrag in einem katholischen Gebetskreis halte – vor 20 Jahren hätte man mich verrückt genannt (manche tun das heute auch noch …)

Die Kirche ist EINE … (Et unam)

Ich bin davon überzeugt wir KÖNNEN und MÜSSEN von einer Kirche reden – weil die Bibel das tut! Ich möchte mit euch gemeinsam mal kurz in das Johannesevangelium schauen, in Kapitel 17 ist uns ein Gebet von Jesus überliefert, auch bekannt als das „Hohepriesterliche Gebet“ – ich lese aus Kapitel 17, die Verse 16 bis 21: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“
Im Vers 20 steht hier: „Alle sollen eins sein“ – und wie sieht diese Einheit aus „genauso wie der Vater mit Jesus eins ist und er mit ihm“! Das ist eigentlich unglaublich, oder? Das Vorbild für die Einheit der Kirche ist die vollkommene, ewige und heilige Einheit des Drei-Einigen Gottes! Und jetzt zeigt sich schon hier das, was ich zu Beginn gesagt habe: Die Kirche ist keine menschliche Erfindung. Kein Mensch könnte sich so etwas ausdenken – wenn sich Menschen so etwas anmaßen würden, dann wäre das die schlimmste Blasphemie! Wenn die Kirche nicht von Gott kommen würde, wäre sie der höchste Ausdruck menschlicher Anmaßung Gott gegebenüber. Aber Jesus bittet hier für „seine“ Kirche und er legitimiert damit den Anspruch, „EINE“ Kirche zu sein. Weltweit, über alle Konfessionsgrenzen, Traditionen und theologische Ansichten in Detailfragen hinweg! Dieses Gebet von Jesus sprengt all diese Unterschiede und Abgrenzungsversuche und macht uns alle – Katholiken, Freikirchler, Evangelische – ein für alle mal EINS! Das Gebet hallt durch die Jahrhunderte und Jahrtausende und macht solche Wunder wie das in Augsburg – und das heute abend – erst möglich!

Die Kirche ist HEILIG (… sanctam, …)

Wie kann man sagen, dass die Kirche „heilig“ ist? Sie ist es auf jeden Fall nicht deswegen, weil so überragend gute Menschen darin sind. Schauen wir nochmals in das Gebet von Jesus im Johannesevangelium, er betet: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“ Die unvorstellbare Wahrheit des Evangeliums ist, dass Jesus in der Kirche unperfekte, unheilige und sündige Menschen nimmt und sie zu „geheiligten Menschen“ macht! In der Kirche kommen Menschen vor Gott, die nichts vorzuweisen haben, die Gott nicht beeindrucken können mit ihren guten Werken, ihren reinen Gedanken oder frommen Worten. Sondern die zuallererst und ganz grundlegend Sünder sind – und diese Tatsache sehen wir immer wieder in der Geschichte. In der Kirche kommen Menschen, die das von sich wissen, mit all dem Mist in ihrem Leben, mit all den schlechten Gedanken, den bösen Taten, der Lieblosigkeit, dem Egoismus, der Geldliebe, dem Neid, dem Hass – mit all dem kommen sie zu Jesus. Und er nimmt all das weg und gibt dafür SEINE Heiligkeit. Es gibt eine andere wunderbare Stelle in der Bibel, wo das deutlich wird. Und zwar schreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus folgendes – Kapitel 5 ab Vers 25: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos.“ Als Kirche sind wir die BRAUT von Jesus. Dieses Wort von Paulus ist einfach gewaltig, weil wir hier sehen, wie Gott die Kirche sieht! Ich weiß nicht, wer von euch verheiratet ist, aber ich kann mich noch total gut an meine Hochzeit erinnern mit meiner wunderbaren Frau, der Iris. Ich bin vorne gestanden und habe – wie das so üblich ist – darauf gewartet, dass mein künftiger Schwiegervater meine Braut nach vorne geleitet. Da sitzt man dann, und versucht, möglichst NICHT nervös zu wirken obwohl man innerlich sowas von aufgeregt ist. Und dann kommt die Braut, ganz in weiß gekleidet und wunderschön auf dich zu, und man denkt nur: „WOW – diese Frau will wirklich MICH heiraten? Sie ist einfach nur – wunderschön“!

Die Kirche ist katholisch (… catholicam, …)

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, was jetzt wohl ein „Nicht-Katholik“ darüber schon sagen kann. Aber schauen wir kurz hin, was katholisch bedeutet beziehungsweise warum es hier im Glaubensbekenntnis steht. Das Credo ist zum ersten Mal auf dem Konzil von Chalderon 450 nach Christus überliefert. Damals gab es noch keine Ost- und Westkirche, keine Reformation, keine Freikirchen – es gab nur „die Kirche“. Was es aber gab, war die politische Zersplitterung in ein Oströmisches Reich und ein Weströmisches Reich. Diese geschah circa 50 Jahre früher. Angesichts dieser weitreichenden Veränderung der römischen Welt bekannte die Kirche ganz klar: Die Kirche ist immer ALLGEMEIN, sie ist ALLUMFASSEND, sie ist niemals exklusiv auf eine Nation, eine Rasse oder Kultur beschränkt, sie ist inklusiv und schließt alle mit ein. Genau das bedeutet der Ausdruck „katholikos“, den wir aus dem griechischen Übernommen haben – er setzt sich zusammen aus der Vorsilbe „kata“ also „um einer bestimmten Sache willen“ und „holon“, also „das Ganze“.

Die Kirche ist apostolisch (…et apostolicam)

Sie bleibt in der „Lehre der Apostel“ – und auch hier schauen wir kurz nochmal in das Gebet von Jesus, als er für die Kirche gebetet hat. Im Johannesevangelium steht: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ Wir haben das schon mal kurz angesehen, aber was meint Jesus hier mit „Wahrheit“? Nein, ich will hier keine philosopische Grundsatzdiskussion, damit sind die Menschen schon seit tausenden von Jahren beschäftigt, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen. Wir schauen einfach an, wie Jesus hier „Wahrheit“ definiert: „Dein Wort ist Wahrheit“ – Wir haben mit der Bibel Gottes Wort zuverlässig überliefert bekommen. Trotz all der Angriffe der historisch-kritischen Theologie, der modernen Wissenschaft, der Philosophie und so weiter ist die Bibel immer noch das mit großem Abstand bestüberlieferte Dokument der Weltgeschichte!
Oftmals sind die Aussagen der Bibel nicht gerade bequem, sie scheinen nicht mehr in das 21. Jahrhundert zu passen. Oft sagt man, in unserer pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft kann man das ja gar nicht mehr ernsthaft vertreten. Ich verrate euc mal ein Geheimnis – die Welt damals war der unseren in vielerlei Hinsicht nicht so unähnlich. Auch damals gab es einen „religiösen Pluralismus“, das heißt unzählige Wege führten irgendwie zu Gott. Auch damals gab es viele Kulturen, die im römischen Reich zusammentrafen. Auch damals war der Anspruch der Christen, dass es nur EINEN Weg zu Gott gibt, nämlich durch den, der sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – NIEMAND kommt zum Vater als nur durch mich!“ Auch damals war die Sexualmoral, die von Christen verkündet wurde, ein Stein des Anstoßes – ja, Johannes, der Täufer wurde sogar hingerichtet weil er gegen „den Zeitgeist“ Gottes Maßstäbe über Sexualität verkündete. Eine Kirche, die sich zurecht als apostolisch – also auf der Lehre der Apostel begründet – bezeichnet, wird zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft Anstoß erregen. Gerade in einer Zeit, wo auf europäischer Ebene immer mehr christliche Werte hinterfragt und ausgehöhlt werden, wird das Gebet von Jesus wieder akutell: Dass die Kirche für die Wahrheit eintritt – die Wahrheit, die nicht relativ ist, die nicht beliebig ist – sondern die Wahrheit des Wortes Gottes! Und das bedeutet dann eben auch, sich einzumischen in die Gesellschaft und die Politik, weil es ganz klar gegen das Wort Gottes ist, wenn ungeborenes Leben getötet wird, wenn alte und kranke Menschen sanft aber bestimmt dazu gedrängt werden, „den Löffel abzugeben“, wenn Begriffe wie Familie und Ehe zunehmend beliebig definiert werden können.

Hier gibt es  weitere Infos zur Aktion:  “7 Wochen Gebet für das Land”

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2 Responses to 7 Wochen Gebet: EINE Kirche?! (+Podcast)

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