Trendwende bei Spätabtreibungen?

Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder. Seit vielen Jahren beten Christen gegen den unmenschlichen Umstand an, dass in Österreich lt. § 97 Abs. 1 Ziffer 2, 2. Fall des StGB des so genannten “Abtreibungsparagraphen” ungeborene Kinder mit einer Behinderung bis zum Eintritt der Wehen abgetrieben (sprich: getötet) werden können. Diese so genannte “eugenische Indikation” selektiert Menschen ausschließlich nach dem Kriterium “behindert / nicht behindert” und ist eigentlich ein Verstoß gegen Paragraph 7 des Bundesverfassungsgesetzes. Übrigens widerspricht diese eugenische Indikation auch der UN-Behindertenrechtskonvention, die Österreich mit unterzeichnet hat. 

Bildquelle: Wikipedia

Nachdem dieses Unrecht viele Jahre lang festgeschriebenes “Recht” in Österreich war, kommt nun aus total unerwarteter Ecke die Erkenntnis, dass hier vielleicht ein Problem vorliegt. Ausgerechnet Grüne-Chefin Eva Glawischnig greift in einem Interview mit der Tageszeitung “Die Presse” das Thema auf. Der Ball wurde ihr von Behindertenanwalt Erwin Buchinger zugespielt, der bereits in der Vorwoche endlich eine politische Diskussion über Spätabtreibungen fordert. Sie sehe, dass das “eine Diskussion ist, die man doch führen müsse” (Zitat Glawischnig).

Ja, aber …

So sehr es mich persönlich freut, dass hier anscheinend Gesprächsbereitschaft herrscht, so sehr frage ich mich doch, was es hier eigentlich zu diskutieren gäbe! Ist es nicht allgemein verbrieftes MENSCHENRECHT dass ich nicht aufgrund einer Behinderung diskriminiert – oder eben abgetrieben (ja, getötet werden ist auch eine Diskriminierung – und zwar eine ziemlich endgültige) – werden dürfte? Und nein, die Grünen haben hier leider nicht plötzlich eine Kehrtwende vollzogen und sich dem Schutz des Lebens verschrieben – man denke nur über eine “Fristverkürzung” nach, da sich ja die Diagnosemöglichkeiten verbessert haben.

Und trotzdem stimmt zumindest die Richtung der Überlegungen – vor allem angesichts der Tatsache, dass manch ein Wissenschaftler schon laut darüber nachgedacht hatte, dass man auch Neugeborene mit Behinderung bis zu drei Monate NACH der Geburt noch “Spätabtreiben” dürfen sollte. Denn immerhin kann man ja bei der Diagnose auch mal eine Behinderung übersehen – und letztendlich ist es doch rein auf der Sachebene gesprochen, egal, ob ich ein voll lebensfähiges Kind einen Tag VOR der Geburt im Mutterleib töte oder eine Woche NACH der Geburt im Arm der Mutter. Gut, im zweiten Fall brauche ich vermutlich etwas mehr psychologische Betreuung, aber auch das bekommen wir irgendwie in den Griff. Beziehungsweise reden wir das Problem einfach “klein”. Denn angeblich gibt es ja auch kein “Post-Abortion-Syndrom”, auch wenn viele Frauen nach Abtreibungen mit genau diesen Symptomen psychologische Hilfe brauchen!

Widerstand von “oben”

Die Diskussion wurde also gestartet, doch die “oberste politische Instanz” in dieser Frage fängt schon an zu mauern, bevor die Diskussion losgegangen ist. Gesundheitsministerin Oberhauser meint zu dieser Frage, dass darüber “nicht zu diskutieren sei”.

Zitat aus “Der Presse”

Man wolle nicht, dass Druck auf die Frauen ausgeübt werde und Schuldgefühle aufgebaut würden. “So eine Entscheidung trifft keine Frau auch nur einen Tag zu spät”, betonte Oberhausers Sprecherin. Es handle sich um einen Sache zwischen der Schwangeren und dem behandelnden Arzt. Zahlen, wie oft Spätabtreibungen tatsächlich durchgeführt werden, werden nicht erhoben – was man in Oberhausers Büro auch für nicht notwendig erachtet.

Liebe Frau Oberhauser, es tut mir leid, es Ihnen hier so direkt sagen zu müssen: Aber DRUCK wird auf die Frauen von ganz anderer Seite ausgeübt. Es ist der Druck der Gesellschaft, dass ein behindertes Kind nur “Last” ist. Es ist manchmal der Druck des Partners, der sich diese Verpflichtung nicht aufbürden lassen will. Es ist manchmal der Druck der Familie, der keinen “Mongo” in der Familie will. Es ist letztendlich der Druck einer Gesellschaft, die ein “gelungenes Leben” nun einmal mit gesunden, erfolgreichen und leistungsbereiten Kindern definiert.

Ein Verbot von Spätabtreibungen würde Frauen vor diesem Druck SCHÜTZEN!

Was können wir tun?

Schreibt bitte an die Frau Gesundheitsministerin und die Klubobleute Emails, um auf diese Situation hinzuweisen. Wir können JETZT “das Momentum” ausnutzen, um hier tatsächlich eine Veränderung zu bewirken. Die Email Adressen sind:

Gesundheitsministerin: sabine.oberhauser@bmg.gv.at
ÖVP: reinhold.lopatka@oevpklub.at
SPÖ: andreas.schieder@spoe.at
NEOS: matthias.strolz@neos.eu
Team Stronach: waltraud.dietrich@parlament.gv.at
Grüne: eva.glawischnig@gruene.at
FPÖ: heinz-christian.strache@parlament.gv.at

Kopiert sie einfach alle kurz in euer Mailprogramm und schreibt ein paar Zeilen – gern dürft ihr auch auf diesen Artikel verlinken.

Das zweite, was wir tun KÖNNEN und SOLLEN ist – weiterbeten. Nehmen wir die 7 Wochen der Fastenzeit dafür zum Anlass, um die hier gestartete Diskussion im Gebet zu begleiten. Beten wir dafür, dass am Ende der Fastenzeit auch ein Ende der eugenischen Diskussion steht! Vertrauen wir darauf, dass hier eine Trendwende möglich ist.

Hier auf dem Blog gibt es die Aktion “7 Wochen beten für das Land” – bete auch du mit, entweder einfach nur für dich allein oder mit mir zusammen. Du kannst den Artikeln hier folgen oder auf Facebook bei der “Veranstaltung” dabei sein (https://www.facebook.com/events/1564240867155409/) Infos über die Aktion findest du auch HIER!

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3 Responses to Trendwende bei Spätabtreibungen?

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