Ich bet’ für dich – oder auch nich’?!

Ruth Rudolph  / pixelio.de

Ruth Rudolph / pixelio.de

Wie oft hat man diesen Satz in “frommen Kreisen” nicht schon gehört – oder auch selbst gesagt! Vermutlich würden, wenn ALL diese Gebete auch wirklich gesprochen werden würden, Christen viel mehr Zeit im Gebet verbringen …

Aber halt – urteile ich hier nicht vorschnell? Was heißt denn das eigentlich, “Ich bet’ für dich”? Ich kann ja in der nächsten Minute ein kurzes Stoßgebet zum Himmel schicken, und damit ist die Sache erledigt! Dann hab ich meine Zusage “erfüllt” und zudem auch gleich noch das dringende Anliegen, die Bitte um Beistand oder um Heilung oder sonst etwas bei Gott deponiert. Reicht doch, oder?

Jesus über “Fürbitte”

Jesus gibt uns ein wunderbares Beispiel dafür, wie “echte” Fürbitte aussehen kann! Lest mal in Lukas, Kapitel 11:

5 Weiter sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Angenommen, einer von euch hat einen Freund. Mitten in der Nacht sucht er ihn auf und sagt zu ihm: ›Bitte leih mir doch drei Brote!
6 Ein Freund von mir hat auf der Reise bei mir Halt gemacht, und ich habe nichts, was ich ihm anbieten könnte.‹
7 Und angenommen, der, den er um Brot bittet, ruft dann von drinnen: ›Lass mich in Ruhe! Die Tür ist schon abgeschlossen, und meine Kinder und ich sind längst im Bett. Ich kann jetzt nicht aufstehen und dir etwas geben.‹
8 Ich sage euch: Er wird es schließlich doch tun – wenn nicht deshalb, weil der andere mit ihm befreundet ist, dann doch bestimmt, weil er ihm keine Ruhe lässt. Er wird aufstehen und ihm alles geben, was er braucht.

Einer, der nichts hat (in dem Beispiel der unverschämte Kerl, der seinen Freund nachts raustrommelt) bittet für jemanden anderen, der auch nichts hat (seinen überraschenden Besucher) bei jemandem, der anscheinend genug hat! DAS ist Fürbitte – und Jesus sagt, dass es nicht einfach nur ein Stoßgebet ist, nein! Die Person in dem Beispiel trommelt und klopft – ja, sie schlägt ihm vermutlich beinahe die Tür ein! Mit allem Nachdruck und aller Beharrlichkeit bittet die Person für den Freund, der zu Essen braucht!

Tja – mal ganz ehrlich, oft sieht meine Fürbitte für andere nicht so aus! Wenn ich für mich selbst bitte, dann entwickle ich durchaus eine gewisse Beharrlichkeit, das wohl! Aber in der Fürbitte ist da, so ehrlich möchte ich mir selbst gegenüber – und Gott gegenüber sein, noch viel “Wachstumspotential” 🙂

Und jetzt werde ich das gleich mal umsetzen – in meiner Stillen Zeit mit Gott möchte ich heute ganz bewusst für einen Freund beten, der mich um Gebetsunterstützung gebeten hat! Beharrlich, konsequent und fast schon ein bisschen unverschämt! Wie Jesus das erzählt … übrigens: Weiter geht die Geschichte mit:

9 Darum sage ich euch: Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. 10 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. 11 Ist unter euch ein Vater. der seinem Kind7 eine Schlange geben würde, wenn es ihn um einen Fisch bittet? 12 Oder einen Skorpion, wenn es ihn um ein Ei bittet? 13 Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.«

PS: HIER findet ihr ein Gebet für einen guten Freund, dass ich einmal in Zeiten großer Herausforderungen für jemanden ganz speziell “gebetet” habe … und auch heute noch manchmal für Menschen bete!

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4 Responses to Ich bet’ für dich – oder auch nich’?!

  1. Fürbitte kann aber auch kontinuierlich über Jahre gehen. Oder auch kurz, aber sehr massiv.
    Oder dadurch, dass man jemandenm einen Platz im Herzen einräumt.
    http://glaubenstexturen.wordpress.com/2012/11/29/beten-fur-lynn/

    • Theolunke says:

      ‘türlich 🙂
      Es geht in dem Text auch mehr darum, was Fürbitte NICHT ist …
      WIE “beharrliches Klopfen” aussieht, das ist offen … ob kontinuierlich über Jahre hinweg, kurz und intensiv, gemeinsam mit anderen, etc.
      🙂

  2. Micha says:

    Zu Fürbitte könnte man vielleicht auch sagen, dass es egoistisch ist. Dieser Freund liegt mir so am Herzen, dass mir sein Leiden so weh tut, dass ich Gott deswegen immer anrufe und für dieses Anliegen bitte.

  3. Pingback: Ich bet’ für dich – oder auch nich’?! | theolounge.de

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