Abtreibung an der Klinik?

Sehr geehrte Frau Alexandra Plank,

mit großem Bedauern las ich ihren Artikel in der aktuellen TT (Online-Ausgabe vom 7.3.2014) zum Thema “Für Abtreibungen an der Klinik!”

Quelle: TT.com

Quelle: TT.com

Sie zitieren von drei Forderungen:

 Er war einer der Redner im Rahmen der Fachtagung des Aktionskomitees „Schwangerschaftsabbruch“ am Donnerstag in Innsbruck. Die Initiative von zwölf sozialen Vereinen erhebt drei Forderungen: fundierte Aufklärung zur Sexualität, Verhütung auf Krankenschein und Abtreibung in öffentlichen Krankenhäusern auf Krankenschein.

Ich vermisse schmerzlich Forderungen nach massivem Ausbau von Unterstützung junger Mütter und Familien, gezielter Aufklärung darüber, wo es Hilfestellungen für ungewollt schwangere Frauen gibt sowie einer Initiative zur Veränderung der Einstellung unserer Gesellschaft zu Kindern allgemein! Kinder sind unsere Zukunft – und nicht “Karrierezerstörer”, “Geldvernichter” oder “Lebensplanungsdurcheinanderbringer”!

Weiters schreiben Sie, dass

 “von Männern Macht über den weiblichen Körper ausgeübt”

werde!

Die Tatsache, dass im Falle von Abtreibungen von Ärzten, die sich eigentlich dem SCHUTZ des menschlichen Lebens verschrieben haben, Macht und Gewalt über Körper noch ungeborener Kinder ausgeübt wird, scheint hier nicht wichtig! Genauso bei ihrem Zitat von Christian Fiala, Redner bei eben jener Fachtagung des Aktionskomitees:

Ein Schwangerschaftsabbruch ist Teil der Frauengesundheit und muss somit an Kliniken angeboten werden!

Wie begründet Hr. Fiala diese doch etwas sonderbar anmutende Meinung? Und was ist mit der “Gesundheit” des ungeborenen Lebens, welche durch eine Abtreibung doch massivst gefährdet wird? Und ungeachtet aller politischen und gesellschaftlichen Diskussionen: “Das menschliche Leben fängt medizinisch gesehen bei der Zeugung an” – über politische, gesellschaftliche oder philosophische Konsequenzen wird anderswo diskutiert. Doch Ärzte haben sich irgendwann einmal in ihrer Karriere dem SCHUTZ des menschlichen Lebens verschrieben! Für viele Ärzte ist der “Hippokratische Eid” immer noch ein Grundpfeiler ihres Berufes! Mit ihrer Forderung, Abtreibung in Krankenhäusern anzubieten, nötigen Sie Ärzte dazu, gegen diesen Eid zu verstoßen! Und Abtreibung ist kein “neues” Thema, es wurde sogar dezidiert von Hippokrates von Kos ca. 400 v. Chr. erwähnt:

Ich werde niemandem, nicht einmal auf ausdrückliches Verlangen, ein tödliches Medikament geben, und ich werde auch keinen entsprechenden Rat erteilen; ebenso werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel aushändigen.

Ich bitte Sie und auch das Aktionskomitee “Schwangerschaftsabbruch” inständig, die erweiterten Forderungen in ihre Aktivitäten mit aufzunehmen! Schwangerschaftsabbruch tötet nicht nur ein ungeborenes Lebewesen, es hinterlässt auch in der Seele der Frau tiefe Narben! In einem der reichsten Länder der Welt MUSS es möglich sein, dass keine Kinder mehr aus sozialen Indikationen (zu wenig Geld, zu wenig “Perspektiven”, zu große Angst, keinen vernünftigen Beruf zu haben, und viele andere Gründe mehr) abgetrieben werden müssen!

Zum Thema “Abtreibung von Kindern mit Behinderung” habe ich übrigens hier noch einen Artikel: “Ihr Blut an unseren Händen” – ein Thema, das mich emotional doch immer wieder sehr beschäftigt!

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2 Responses to Abtreibung an der Klinik?

  1. Maria says:

    Ich bin eine Frau, und weil sich Frauen beschwerden, dass oft Männer darüber diskutieren, will ich auch was dazu sagen und auch Dr. Susan M. Stanford hat folgendes geschrieben:

    „Die Untersuchungen zeigen, dass die Mehrzahl der Frauen, die abgetrieben haben, eines oder mehrere der folgenden Symptome aufweisen: nicht abgeschlossene Trauerarbeit, chronische Schuldgefühle, jährlich zum Abtreibungstermin wiederkehrende Depressionen, psychosomatische Beschwerden, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Selbstmordversuche, psychotische Zusammenbrüche oder andere weniger auffällige Erscheinungen.“

    Wenn sich eine Frau durch ihre Notsituation bedrängt fühlt und diese dann durch einen Schwangerschaftsabbruch vorüber ist, könnte, wie oben erwähnt, zum Vorschein kommen, was sie wirklich darüber denkt und fühlt. Ihr ist nicht geholfen, wenn sie von einer Notsituation in die nächste schlittert und sich hinterher fragt, ob das eigentliche Problem ein anderes war und sie alles in ihrer Macht stehende unternahm, um ihrer Situation Herr zu sein! Ich bin dafür, dass Frauen wie mündige Bürger behandelt werden, die sie auch sind, und umfangreich aufgeklärt werden über jedwede Entscheidung, die getroffen werden kann und deren Folgen. Es gibt Beratungsstellen, wie es-gibt-alternativen.at, die imstande sind, ein vertrauliches Ohr zu leihen, den Problemen auf den Grund zu gehen und Lösungen anzubieten.

  2. Pingback: Offener Brief an Lr. Dipl.Ing. Dr. Bernhard Tilg | Der Theolunke

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