Verzicht? Nein, danke es ist doch Fastenzeit …

Petra Schmidt  / pixelio.de

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Auch wenn man es vielleicht als „Freikirchler“ nicht bewusst wahrnimmt – morgen, am Aschermittwoch, beginnt wie jedes Jahr vor Ostern die Fastenzeit! Diese 40 Tage dauernde Zeit vor Ostern hat sich seit dem 5. Jahrhundert nach Christus als vorösterliche Buß- und Vorbereitungszeit durchgesetzt! Die Fastenzeit hat sich vermutlich aus dem schon 300 Jahre vorher bekannten Trauerfasten von Karfreitag und Karsamstag entwickelt – in der reformierten Kirche ist dafür der Betriff „Passionszeit“ gebräuchlich und weit verbreitet!

Fastenzeit verbinden viele Menschen automatisch mit „Verzicht“. In der klassischen Form verzichtet man auf bestimmte Speisen, auf Fleischgerichte oder (für bestimmte Zeiten) komplett auf jegliche Form der Nahrungsaufnahme! Doch der Gedanke des Verzichtens hat vielfach auch andere Lebensbereiche erfasst, heutzutage verzichtet man zum Beispiel auf Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten, den eigenen PKW, Facebook oder Smartphones oder unzählige andere Dinge! Verzicht auf all diese Dinge sind durchaus begrüßenswert – es ist gut, eine bestimmte Zeit auf liebgewonnene „Laster“ zu verzichten. Und doch behaupte ich, dass beim biblischen Motiv des „Fastens“ eben NICHT der Verzicht an erster Stelle steht! Fasten bedeutet nicht in erster Linie verzichten – sondern im Gegenteil, MEHR zu haben! MEHR Zeit mit Gott, MEHR Begegnung mit ihm, MEHR „trachten nach dem, was droben ist“!

Eben DAZU, für diesen Zweck, mag es nützlich sein, sich gewissen Annehmlichkeiten zu enthalten oder „zu verzichten“ – allerdings nicht, dass man am Ende weniger hat und gar in Selbstmitleid zerfließt, sondern damit man sich durch diesen Verzicht neu beschenken lässt von Gott! Verzicht in der Fastenzeit soll also nie Selbstzweck sein, nie einfach nur „religiöse Form“ oder gesellschaftliche Konvention, sondern immer das Ziel haben, auf mehr Gemeinschaft und Begegnung mit Gott ausgerichtet zu sein!

Was kann also „Fastenzeit“ für uns bedeuten? Oder – anders gefragt – wie könntest du dir in der Fastenzeit bewusst Zeit nehmen für Gott? Wie kannst du aus der „Fastenzeit“ eine „Begegnungszeit“ mit Gott machen? Im Folgenden möchte ich dir ein paar Vorschläge machen, wie du – wenn du willst – diese Zeit für dich gestalten kannst! Ich möchte dir ein paar Gedanken mitgeben und dich ermutigen, dich vielleicht wieder ganz neu auf eine „Entdeckungsreise mit Gott“ zu machen! IHM wieder ganz bewusst zu begegnen und neu seine Gegenwart zu genießen wird – davon bin ich überzeugt – bleibende Veränderung in unser Leben bringen (es geht hier nicht um „verordnetes Fasten“ – sondern um eine Möglichkeit, HEUTE bewusst damit anzufangen, wieder mehr Zeit in deine Beziehung mit Gott zu investieren )

Vorschlag 1: VERZICHT

Ute Mulder  / pixelio.de

Ute Mulder / pixelio.de

Der Klassiker in der Fastenzeit – verzichten! Aber überleg dir dabei, was der Zweck
deines Verzichts ist! Du verzichtest auf dein Auto und fährst in der Fastenzeit mit
Bus und Bahn? Nutz die Zeit bei Haltestellen und in den Öffis, um zu beten! Du
verzichtest auf dein Smartphone? Nimm dir jedes Mal, wenn du es vermisst, Zeit
für ein kurzes Gebet! Der Fernseher der Familie bleibt ohne Strom? Dann versucht es doch einmal mit Familienandachten! Kein Alkohol in der Fastenzeit? Dann geh viel mit Kollegen aus – und jedes Mal, wenn du darauf angesprochen wirst, warum du kein Bier trinkst, fang ein Gespräch über Jesus an! Es gibt unendlich viele Möglichkeiten – sei kreativ!

Vorschlag 2: „Stille Zeit“

Quelle: Fotolia

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Viele Christen nehmen sich jeden Tag eine bestimmte Zeit,  um mit Gott zu reden und Bibel zu lesen. Das klingt herausfordernd? Ist es auch – falls du das bis jetzt nicht probiert hast (oder es schon versucht hast, und gescheitert bist) – die Fastenzeit wäre eine Möglichkeit, das für einen begrenzten Zeitraum, quasi „zur Probe“ zu testen! Nimm es dir für diese 7 Wochen vor und sei gespannt, was Gott zu sagen hat! Als Hilfsmittel bieten sich dazu Andachtsbüchlein oder Bibellesepläne an (erhältlich in der BuchgalerieJ)! Und  falls es mal einen Tag nicht klappt – no problem, unser Gott ist ein Gott der zweiten und dritten und vierten und dreitausendsiebenhundertachtundsechzigsten Chance! Es geht nicht um religiöse Leistung – sondern um eine Beziehung zu dem lebendigen Gott!

Vorschlag 3: Gemeinsames GEBET

Beten ist Ausdruck unserer Beziehung zu Gott – es ist, ganz einfach
formuliert, „Gespräch mit Gott“! In der Bibel finden wir immer wieder
Nachfolger Gottes, die GEMEINSAM beten – tatsächlich scheint es so,
als ob die Gebetsversammlung eine der zentralen Veranstaltungen der
ersten Kirchengemeinde in Jerusalem gewesen ist! Das gemeinsame
Gebet ist nicht einfach nur eine „Zusatzoption für Elitechristen“ – es ist
eine Grunderfahrung der Christen im Neuen Testament Es gibt unzählige Gelegenheiten, wie wir als Gemeinde zusammen beten können.

1. in deinem Hauskreis (Kleingruppe): Nehmt euch bewusst MEHR Zeit, um zu beten! Ihr könntet zum Beispiel auf das gemeinsame Essen verzichten und dafür eine „Sonder-Gebetszeit“ einplanen!

2. in den Gebetsstunden deiner Kirchengemeinde: Bei uns in der Kirche im Kino gibt es dazu: Jeden Dienstagmorgen um 6.15 Uhr ist Gebetsfrühstück in den Räumen der Innstraße 27 – wir würden uns sehr freuen, wenn du da vielleicht speziell in den kommenden 7 Wochen mal dabei bist! Donnerstags alle 14 Tage findet ein Gebetsabend statt (Infos dazu immer in der jeweiligen Woche per Email)! Und vor jedem Gottesdienst findest du zwischen 9.00 Uhr und 9.30 Uhr Beter im „Elfenland“ (Foyer 1. Stock) – komm einfach dazu!

3. mit Freunden: Trefft euch einfach zum Beten, bringt Gott eure Anliegen vor, dankt miteinander und lobt Gott einfach spontan!

Vielleicht hast du weitere Ideen oder bereits Erfahrungen (positive oder negative) mit Fasten oder ähnlichen Themen – würde mich freuen, wenn du was dazu schreibst! Bin schließlich neugierig …

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2 Responses to Verzicht? Nein, danke es ist doch Fastenzeit …

  1. “Wenn du dich änderst, änderst du Welt um dich herum” habe ich aus deinem Post herausgelesen. Und dieser Gedanken ist recht und gefällt mir.
    Persönlich habe ich schon oft gefastet, nach jeder Methode oder nach meiner eigenen. Mit Unterstützung einer Fastengruppen, deren Ziele das Malen von Mandalas war oder beispielsweise mit einer ökumenischen Mediationsgruppe, deren Ziele die Einkehr war. Meist tat ich es aber alleine, also das Fasten. In den letzten Jahren habe ich es auf 1 x im Jahr (früher 2 x) heruntergefahren, mache dafür aber andere “Experimente”, deren Erkenntnisse daraus mich teilweise überraschen. (Beispiel: http://www.blog.adelhaid.de/2012/11/turn-off-radio.html )
    Wichtig für mich ist nach dem Prozess, die Erfahrungen und Erkenntnisse mitzunehmen, ebenso die Umkehr, die man währenddessen erkannt hat. Es macht sonst das Ganze im Nachhinein sinnlos. Das ist so wie tapfere Vorsätze, die man am Ende nicht einhalten kann.
    Daher gefällt mir deine Idee dahinter, dass man andere mit einbezieht. Das erhöht die Chance der Nachhaltigkeit und verbindet ungemein.

  2. Pingback: Witz: Fastenzeit? | Der Theolunke

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