Das Ende der Toleranz?

ACHTUNG: Dieser Artikel ist eine Antwort auf den Beitrag in der FAZ von 15.2.2014 (zu finden HIER)!

Quelle: Wikipedia, Benson Kua

Quelle: Wikipedia, Benson Kua

Der Autor Stephan Niggemeier nimmt Bezug auf die “Maischberger-Runde” im ARD, in dem angeblich die Homophoben, also all jene, die sich nicht mit Begeisterung für Homosexualität aussprechen, “nur” bereit sind, Homosexuelle, Transsexuelle, Bisexuelle, Intersexuelle … hab ich was vergessen? … zu “tolerieren” und sie nicht zu “akzeptieren”!

Der Unterschied, so der Autor, liege darin, dass “Toleranz” nur bedeuten würde, dass man betreffende Personengruppen eben nicht verfolge, sie gar nur “dulde” – so eine Duldung sei aber an sich schon eine “Beleidigung”! Er schreibt zu den unterschiedlichen “Konzepten” hinter den Wörtern Toleranz bzw. Akzeptanz folgendes:

Aber die verschiedenen Konzepte lassen sich sehr klar beschreiben. Konservative wie Birgit Kelle sind bereit, Homosexualität als Tatsache hinzunehmen, und sie sind sogar dafür, dass Homosexuelle nicht mehr verfolgt werden. Aber sie lehnen es scharf ab, Lesben und Schwule und deren Partnerschaften als gleichberechtigt anzuerkennen.

Nun möchte ich mich dazu doch auch kurz äußern – der Duden beschreibt die geforderte “Akzeptanz” mit “etwas für gut heißen”! Meine Frage an Niggemeier, Maischberger und alle anderen ist folgende: Mit welchem RECHT verlangt ihr von Birgit Kelle und anderen “Konservativen” einen beliebigen Lebensentwurf “für gut zu heißen? Wo steht geschrieben, dass ich ALLE Lebensentwürfe, egal wie sie aussehen, als “GUT” befinden muss? Welcher Artikel der Menschenrechte sehen so ein “für gut heißen” aller alternativen Lebenskonzepte vor? Oder anders herum gefragt: Ist Kritik in der hier geforderten “Post-Toleranten Gesellschaft” überhaupt nicht mehr gestattet?

Um hier einmal klar Stellung zu beziehen. Ich fordere für absolut jeden Menschen, in seinem “Mensch-sein” akzeptiert zu werden. Also “für gut befunden” zu werden! Und das fordere ich für jeden Menschen, egal welcher sexuellen, ethnischen oder religiösen Richtung er kommt! Auch die Bibel spricht dem Menschen einen unglaublich hohen Wert zu! Er ist laut Psalm 8,6 ” Nur wenig geringer als Engel” geschaffen worden und mit “Ehre und Hoheit” gekrönt! Er ist im “Bilde Gottes” zu seiner Ehre geschaffen – die Bibel spricht dem Menschen ein unwahrscheinlich HOHES Maß an “Akzeptanz” zu, sie “heißt den Menschen gut” in einem Ausmaß, wie es uns gar nicht bewusst ist!

Allerdings bin ich nicht bereit, alle HANDLUNGEN der Menschen für gut zu befinden! Homosexualität an sich kann und wird von mir nicht “für gut befunden” werden! Denn praktizierte Homosexualität steht im Widerspruch zur Bibel (jaja, ich weiß, es gibt sogar Christen, die das leugnen … aber letztendlich kann ich ja JEDE biblische Aussage wegargumentieren, dann bin ich allerdings beim BiBaBo, dem Bibel-Bastel-Bogen mit vorperforierten Seiten zum herausnehmen von unangenehmen Stellen)!

Diese Trennung vom “Menschen”, der für gut befunden wird und seinen TATEN – die manchmal in meinen Augen gar nicht gut sind – ist für viele Leser vermutlich nicht einsehbar. Aber an dieser Stelle möchte ich zu dazu gar nichts weiter schreiben, das, was ich loswerden wollte, ist gesagt 🙂 Und für alles weitere könnt ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen!

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10 Responses to Das Ende der Toleranz?

  1. Alissa says:

    Übrigens habe ich die ganze Maischberger Sendung gesehen – und genau das, was du hier unter Akzeptanz beschreibst, hat auch Birgit Keller beschrieben. Sie hat gesagt, daß sie es sehr wohl toleriere, es also stehen läßt (und sie hat NICHT gesagt: nur “duldet”), ABER sie kann es für sich nicht gut heißen, also nicht Akzeptieren – und sie hat, so wie du, den Begriff Akzeptanz nochmals für alle erklärt. Sie hat hier aber genauso von der Handlung und nicht von den Menschen gesprochen.

  2. Stephan says:

    hallo roman, dieses thema scheint dich momentan sehr zu beschäftigen 😉
    ich empfehle dir das buch “der radikale mittelweg” von armin risi
    und hier insbesondere das kapitel 30
    lg, stephan

  3. Hans Kaiser says:

    Unabhängig, ob ich Deine Ausführungen komplett teile, finde ich es gut, dass Du klar Stellung beziehst, und das differenzierst. Und zwar vor allem auf den Unterschied Mensch und Handlung hinweist. Sehr gut!

    • Theolunke says:

      Hallo,
      es geht mir hier gar nicht um Applaus oder Zustimmung – sondern darum, dass meine MEINUNG zumindest toleriert wird (man muss sie ja nicht gleich gutheißen, also “akzeptieren”) 😀

  4. Hut ab für deine offenen Worte. Ich habe just heute in einem anderen Blog dazu etwas gelesen und auch kommentiert:
    http://wissen-agentur.blogspot.de/2014/02/die-menschen-sind-gottes-ebenbild-gott.html

  5. Micha says:

    Irgendwie gibt es für mich kein anderes Thema, bei dem ich so unsicher bin, was meine eigene Meinung angeht. Klar ich weiß, was die Bibel dazu sagt. Es ist für mich aber schwer „nur“ deswegen der gleichen Meinung zu sein. Ich bin halt ein Kopfmensch und muss alles durchdacht haben. Nur hier komme ich nicht weiter.

    Was du in deinem Beitrag schreibst, finde ich richtig. Ich muss nicht alles gut finden. Aber selbst wenn ich etwas nicht gut finde, kann ich mich nicht dagegen wehren, dass es im Unterricht gelehrt. Ich toleriere BWL, aber ich finde es überhaupt nicht gut. Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, das Fach verbieten zu wollen.

    • Theolunke says:

      Die Frage wegen dem Unterricht ist für mich eher, was ist WICHTIG dass die Kinder lernen! Und ich bin der Meinung, dass es WICHTIG ist, dass sie allgemein Toleranz lernen, dass sie sozialen Umgang miteinander lernen und ein gewisses emphatisches Verständnis für den anderen … und da ist es EGAL ob das eine Minderheit aufgrund von sexueller, religiöser oder ethischen Orientierung ist! Die Konzentration auf diese eine Schiene find ich einfach – NICHT logisch begründet (für mich als “Kopfmensch”) 🙂
      Das ist auch der Unterschied zu BWL, man kann mir ganz logisch erklären, WARUM man das braucht (auch wenn ich es trotzdem deswegen nicht MAG … aber darum geht es ja auch nicht)

      • Ein bisserl OT, aber BWL hieß m.W.n. früher (vor dem 2. WK) einmal “Profitwirtschaftslehre”. Mal abgesehen vom heutigen “Trichter-/Punkte-erhaschungs-Lehrsystem” (BA/Master) eigentlich nicht weiter überdenkenswert.

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