Eine Weihnachtsandacht :)

Ich schrieb vom Lied „Personal Jesus“ von Depeche Mode (siehe HIER)! „Dein eigener Jesus – Jemand, der deine Gebete erhört – Jemand, der sich sorgt“ Und heute? Es ist doch so, dass Christen und Nichtchristen immer wieder ihre eigenen Bilder von Jesus haben. Da ist Jesus, der Freiheitskämpfer, der Streiter für soziale Gerechtigkeit und Friede, Jesus, der die Apokalypse ankündigt, Jesus, der „Freund der Sünder“, Jesus, der große Moralische Lehrer, das Vorbild, das Symbol für Friede und Gerechtigkeit und vieles andere mehr! Gerade zu Weihnachten dürfen wir uns aber einladen lassen, dem „echten“ Jesus zu begegnen. Der heute noch lebt und mit dem wir reden können! Denn das Bild, das wir von Jesus haben, wird unmittelbare Konsequenzen auf unsere Handlungen, auf unsere Taten und Worte haben. Ich möchte mit euch drei verschiedene Blickwinkel betrachten, die Menschen auf Jesus haben – wir finden sie bereits in der Weihnachtsgeschichte! Da wäre zum ersten einmal König Herodes, Herodes der Große, der zurzeit von Jesus‘ Geburt herrschte. Er hörte durch die Weisen aus dem Morgenland vom „neuen König der Juden“ –  und erschrak heftig! Da war jemand, der ihn vom Thron drängen könnte, der seinen Herrschaftsanspruch zu Fall bringen könnte! Er wollte um jeden Preis „König“ bleiben, das war bekannt! Er ließ manche seiner Verwandten hinrichten, weil sie seinem Thron zu nahe kamen. Herodes kannte die Prophezeiungen, er wusste, wer Jesus war. Aber er sah in ihm einen Konkurrenten, einen Gegner, einen Feind! Und das hatte furchtbare Auswirkungen auf sein Handeln!

209433_web_R_K_B_by_Joujou_pixelio.deDann sind da die Weisen aus dem Morgenland – die „heiligen drei Könige“, die weder zu dritt, noch heilig, noch Könige waren … Diese hatten, als sie den „Stern des Königs“ sahen, das Bild eines „Gott-Königs“ vor Augen – ein irdischer Herrscher, der gottgleich ein Reich regiert (nach dem Vorbild der persischen Könige oder auch der ägyptischen Pharaonen)! Diesen wollten Sie anbeten und Geschenke bringen! Doch ich vermute, sie trauten ihren Augen nicht, als dieser Gott-König nicht im Königspalast zu finden war, nicht in der Hauptstadt Jerusalem – sondern in einem Kaff namens Betlehem, in Windeln gewickelt in einer Krippe! Ihre Vorstellungen von diesem König sind da vermutlich ziemlich herausgefordert worden.  Aber als sie Jesus sahen und ihm begegneten, da fielen sie vor diesem Baby mitten in diesem Stall auf die Knie! Diese Begegnung fand nur statt, weil sie den weiten Weg auf sich genommen hatten, um den König selbst kennen zu lernen!

Die Hirten wiederum hatten einen ganz anderen Background – Hirten, das waren die Außenseiter der Gesellschaft, raue Kerle, die nur mit ihresgleichen verkehrten weil sonst niemand etwas mit ihnen zu tun haben wollte! Zu diesen kam der Engel, um die „frohe Botschaft“ vom Erlöser zu verkünden! Und sie machten sich SOFORT auf, um diesen Erlöser zu sehen! Sie hatten keine Geschenke, kamen mit leeren Händen, einfach nur auf das Versprechen des Engels: „Euch ist heute ein Retter geboren!“ Die Hirten wussten: „Wir BRAUCHEN einen Retter“ – vielleicht haben sie da vielen Menschen etwas voraus. Sie ließen die Schafe zurück, ließen alles liegen und stehen und stürmten zu Jesus!

Wilhelmine Wulff  / pixelio.de

Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Das verblüffende an all diesen Begegnungen – und an ALLEN anderen Begegnungen, die Jesus hatte – niemand blieb „neutral“, unbeeindruckt von Jesus. Niemand sagte: „OK, Jesus – ist ja fein, aber interessiert mich nicht!“ Menschen waren entweder FÜR Jesus – oder gegen ihn! Diese sonderbare Reaktion, dass es Menschen egal ist, wer Jesus nun ist, das hat mit unserer heutigen Zeit zu tun. Damit, dass jeder einen „Personal Jesus“ hat, einer, der nur mich etwas angeht! So ein „Personal Jesus“ beeindruckt natürlich niemanden, der fordert niemanden heraus. Nicht mal mich selbst … da muss man nicht Stellung beziehen, da kann man schulterzuckend weitergehen! Wie ist dass, wenn wir an Jesus denken? Wir Christen sind sehr in Gefahr, auch einfach nur an unseren „personal Jesus“ zu glauben. Über den ich dann auch mit niemandem reden muss. Ist ja auch „mein Eigener“! Je mehr wir über Jesus wissen, je mehr wir IHN kennen und ihm unser Leben anvertrauen – und nicht unserem eigenen Bild von Jesus – desto mehr wird das verändern! Vielleicht müssen wir dazu erst mal bereit sein, ihn KÖNIG sein zu lassen in unserem Leben. Den Thron räumen und die Herrschaft abgeben! An den König, der heute vor 2000 Jahren in die Welt kam! Vielleicht müssen wir uns dafür neu aufmachen, aus der Wüste aufbrechen und uns aufmachen, dem „Stern zu folgen“! Das kann mühsam sein, das kann lange dauern. Aber der Weg der Weisen aus dem Morgenland war auch kein Zuckerschlecken! Das kann bedeuten, sich einmal einen oder mehrere Tage zurückzuziehen, um Jesus neu zu  begegnen! „Beten und Fasten“ ist etwas, was in unserer Freikirchlichen Tradition wenig Raum hat. Aber das wäre eine Möglichkeit, das praktisch werden zu lassen!

Vielleicht brauchen wir aber neu die Erkenntnis, dass wir einen Erlöser BRAUCHEN – dass wir es selbst nicht schaffen und deswegen voller Freude zu Jesus kommen dürfen! Denn Jesus als „Retter und Erlöser“ wird mich nur dann begeistern, wenn mir klar ist: „Ich BRAUCHE einen Retter …“
Den Hirten war das klar – aber ist es uns auch bewusst?

Nur ein paar Gedanken zu Weihnachten – aber vielleicht der eine oder andere Gedanke, den wir uns mitnehmen können in die kommenden Tage!

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3 Responses to Eine Weihnachtsandacht :)

  1. lotharson says:

    Vielen Dank für deinen Andacht!

    Da wir Jesus aber nicht sehen können beschränkt sich unseres Wissen auf die Bibel und ist notwendigerweise unvollständig.
    Aus diesem Grund sind meiner Ansicht nach subjektive Gottesbilder unausweichlich.

    Ich habe gerade eine lothringische Weihnachtsgeschichte geschrieben http://lotharlorraine.wordpress.com/2013/12/24/christmas-story-wihnachtsgeschicht-conte-de-noel/
    und würde gern erfahren, was du davon hältst 🙂

    Liebe Grüsse aus meiner Heimat, wo es leider gar keinen Schnee gibt.

  2. “Heute, unter der Herrschaft der Monopole, widerstreitet die Betätigung des Eigennutzes oft genug dem gemeinen Wohl. Daher die gut gemeinten Ratschläge der Moralisten und Ethiker, den Eigennutz zu bekämpfen. Sie haben nicht begriffen, dass der Eigennutz an und für sich durchaus am Platze ist, und dass es nur einige rein technische Mängel unserer Wirtschaft sind, derentwegen der Eigennutz so häufig zu Ungerechtigkeiten führt. In einer monopolbefreiten Wirtschaft hingegen, in der es nur eine Art des Einkommens, den Lohn, geben wird, laufen Eigennutz und Gemeinnutz dauernd parallel. Je mehr die Einzelnen dann, ihrem Eigennutz gehorchend, arbeiten, umso besser werden sie den Interessen der Allgemeinheit dienen.
    Der heutige endlose Widerstreit zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen ist eine ganz zwangsläufige Folge des herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols. Eine von diesen beiden Monopolen befreite Wirtschaft entzieht diesem Widerstreit für immer die Grundlage, weil in ihr der Mensch aus Eigennutz stets so handeln wird, wie es das Gemeininteresse erfordert. Die seit Jahrtausenden von Religionsgründern, Religionslehrern, Philosophen, Moralisten usw. aufrecht erhaltene Lehre von der Sündhaftigkeit der menschlichen Natur wegen ihrer Eigennützigkeit findet damit ein für allemal ihr Ende. Es ist keineswegs notwendig, dass wir, diesen Lehren folgend, uns durch Äonen hindurch abmühen, um uns selbst zu überwinden, um eines Tages vielleicht doch noch gemeinnützig zu werden – sondern wir können schon jetzt, heute, in dieser Stunde, die Verbrüderung der bisherigen Widersacher Eigennutz und Gemeinnutz vollziehen. Es ist dazu nicht erforderlich, dass wir den Menschen reformieren, es genügt vielmehr, wenn wir das fehlerhafte Menschenwerk, unser Geldwesen und Bodenrecht, ändern.”

    Otto Valentin (aus “Die Lösung der Sozialen Frage”, 1952)

    Es soll auch schlaue Bücher geben, deren Inhalt hält, was der Titel verspricht. Nachzulesen ist die einzige Voraussetzung für allgemeinen Wohlstand, eine saubere Umwelt und den Weltfrieden, eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform, ebenfalls in der Magna Charta der Sozialen Marktwirtschaft:

    Persönliche Freiheit und Sozialordnung

    Dass der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation bis heute nicht verwirklicht wurde, beruht auf einer uralten Programmierung des kollektiv Unbewussten:

    Einführung in die Wahrheit

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