Wenn Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht!

Esther Stosch  / pixelio.de

Esther Stosch / pixelio.de

Heute vor genau 75 Jahren kam es zu einem Ereignis, welches das Ende des “versteckten” Antisemitismus in Mitteleuropa bedeuten sollte: In einer Nacht, die den klingenden Namen “Reichskristallnacht” verliehen bekommen hat, wurden jüdische Geschäfte zerstört, Juden gedemütigt und geschlagen, beraubt, enteignet und vertrieben! Und so wunderbar wie das Wort “Kristallnacht” klingt, so bitter ist die eigentliche Bedeutung: Jahrzehnte später sagten Juden, die das erlebt haben, dass sie immer noch das Geräusch des klirrenden Glases von jüdischen Schaufenstern im Ohr haben! Ein Geräusch, dessen Nachhall uns auch heute, 75 Jahre später noch immer daran erinnert: “Nie wieder” !! Im Brustton der Überzeugung wird dieses Bekenntnis quer durch alle politischen Lager und gesellschaftlichen Schichten proklamiert! Nie wieder – und schon gar nicht in unserer heutigen, aufgeklärten und postmodernen Gesellschaft. Oder?

Aber ist das wirklich so? Werden heute Minderheiten NICHT unterdrückt? Werden die Rechte von den “Anderen”, den “Ausgegrenzten” geschützt und verteidigt? Wer setzt sich ein für die Rechte der “Sinti und Roma”, der Flüchtlinge, der Obdachlosen? In immer mehr Städte gibt es Bettelverbote “weil es halt das Stadtbild verschandelt”! Wien verjagt die Obdachlosen aus den Parks, so, als ob man damit das Problem lösen könnte! Hunderte Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer und Europa geht wenige Tage später zur Tagesordnung über! Waren ja “nur” Flüchtlinge, oder? Die Medienberichterstattung  rund um das Mädchen “Maria”, die angeblich von ihren Eltern verkauft worden ist, schürt lieb gewonnene und lange gehegte Vorurteile gegen die “Zigeuner”, die Sinti und Roma! Als Asylwerber in Österreich “den Aufstand probten” und die Votivkirche besetzten, wurden sie von unserer Innenministerin umgehend “kriminalisiert” – das sind doch Schlepper, Menschenhändler und Asylbetrüger! Allesamt … ja freilich – oder nicht?

Aber es geht ja noch weiter – wo Recht zu Unrecht wird ist Widerstand Pflicht!

Esther Stosch  / pixelio.de

Helene Souza/ pixelio.de

Jahrzehntelang war man sich in Europa einig: “Tötung von Behinderten Menschen ist UNRECHT – das haben die Nazis gemacht, WIR machen das nicht!” Und heute? Heute kann ein Kind mit Trisomie 21 (Down Syndrom) oder Hydrocephalus (Wasserkopf) theoretisch bis zum Einsetzen der Wehen “weggemacht” werden. Abgetrieben werden. Getötet werden – wegen einer Behinderung! Wo Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht! Das galt damals, vor 75 Jahren. Und das gilt auch heute noch! Der Kontext ist ein anderer, die Zeit ist eine andere! Aber wenn wir sagen “nie wieder” dann müssen wir HEUTE dafür einstehen und uns einsetzten, dass es tatsächlich “nie wieder” zu einer Reichskristallnacht kommt! Nicht gegen Juden. Nicht gegen Sinti und Roma. Nicht gegen Asylwerber. Und auch nicht gegen ungeborenes Leben allgemein und gegen ungeborene Menschen mit Behinderung im Speziellen!

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9 Responses to Wenn Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht!

  1. Danke für diesen wichtigen Artikel! Der Gedanke, wann wir als Christen zum Widerstand aufgerufen sind, beschäftigt mich sehr, und die diese Möglichkeiten, ein Kind noch kurz vor der Geburt zu beseitigen, sind einfach nur schlimm. Mir ist bewusst geworden, dass ich nicht einmal die genaue Gesetzgebung bei uns kenne, aber Dein Post hat mich dazu aufgefordert, das nachzuholen. Wir haben eine Verantwortung, uns einzusetzen, wenn wir Unrecht sehen, und ich werde mich jetzt auch schlau machen. Be blessed!

    • Theolunke says:

      Hi Claudia – vielleicht liest man dann ja mal etwas über die Situation in der Schweiz – obwohl ich da wenig “Hoffnung” habe, dass es da “gute” Regelungen gibt. Die Schweiz ist doch in mancherlei Hinsicht SEHR liberal (ich weiß das zumindest von der Euthanasie …)

  2. lotharson says:

    Ich glaube, dass JEDER Rassismus genauso hart bekämpft werden muss.
    Allzu oft wird in Frankreich der Rassismus gegen Weisse ignoriert und wegerklärt:
    http://lotharlorraine.wordpress.com/category/anti-white-racism/

    Liebe Grüsse.

    • Theolunke says:

      Stimme vollkommen zu, JEDE Form von Rassismus ist abzulehnen. Auch wenn leider oftmals mit zweierlei Maß gemessen wird. So ist es zum Beispiel mehr und mehr OK, Christen zu diskriminieren bzw. ist es fast schon ein NoGo, sich aktiv FÜR den Schutz von Christen einzusetzen (so geschehen vor ein paar Wochen in Österreich, als sich ein Spitzenpolitiker für den Schutz von Christen im syrischen Bürgerkrieg stark machte)
      😦

  3. Alex says:

    Beim Thema Spätabtreibung musste ich gleich wieder an diesen Artikel aus 2010 denken:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/spaetabtreibung-das-geschenk-eines-lebens-a-685454.html
    Wie das “recht”lich in AT oder DE aussieht, das weiß ich aber nicht. Vielleicht kann man mal dazu einen Link setzen. Spielt aber im Prinzip gar keine Rolle, wenn man sich einfach den oben verlinkten Artikel durchliest. Dann fragt keiner mehr mit einem Hauch von Empathie, ob das “gut” so ist.

  4. Wenn man sich mal den Blog von Politically Incorrect ansieht, dann erkennt man auch, dass in Deutschland immer mehr gegen Muslime gehezt wird. Aktuelles Beispiel ist das angebliche Verbot von St. Martin Festen. Die Menschen werden von den Falschinformationen der Medien manipuliert und gegen andere aufgeschaukelt. Echt schlimm.

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