Artikel IV: Die Sprache ist Träger der Offenbarung – oder?

Ich möchte mit euch gemeinsam noch ein paar weitere Artikel der “Chicago-Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Schrift” ansehen. Die gesamte Erklärung, verfasst 1978 in Amerika, findest du HIER. Vielleicht noch ein Wort, warum mir das so wichtig ist: Die Bibel ist für mich die Grundlage JEDER Offenbarung von Gott, sie ist Maßstab und autoritatives Wort Gottes für mein Leben! Darum ist es selbstverständlich WICHTIG ob diese Grundlage irrtumslos und unfehlbar ist – oder nicht!

Artikel IV

Wir bekennen, dass Gott, der die Menschheit in seinem Bild geschaffen hat, die Sprache als Mittel seiner Offenbarung benutzt hat.

Wir verwerfen die Auffassung, dass die menschliche Sprache durch unsere Kreatürlichkeit so begrenzt sei, dass sie als Träger göttlicher Offenbarung ungeeignet sei. Wir verwerfen ferner die Auffassung, dass die Verdorbenheit der menschlichen Kultur und Sprache durch Sünde Gottes Werk der Inspiration vereitelt habe.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Der eine oder andere findet es vielleicht befremdlich, wie etwas so menschliches und begrenztes wie die Sprache dazu gut sein kann, göttliche und unfehlbare Offenbarung zu geben. Und das ist ein berechtigter Einwand – Sprache ist, das wird jeder Sprachwissenschaftler bestätigen, ja nichts abgeschlossenes, nichts “fertiges”, keine an sich “perfekte” Kommunikationsart. Sprache verändert sich, breitet sich aus, stirbt aus, entsteht neu, etc. Und doch wählte Gott anscheinend – wenn man den “fundamentalistischen” Christen trauen kann – gerade diese Werkzeug zur Kommunikation. Und nicht nur als “Sprache” sondern sogar als geschriebenes Wort. Kann man diesen Buchstaben dann tatsächlich “trauen”? Die Christen, die diese Chicago-Erklärung verfasst haben, sagen ganz klar: “JA” All die Unzulänglichkeiten der Sprache gleicht Gott durch seinen Geist aus, er spricht ja durch diese Worte direkt zu uns. Darum können wir uns darauf verlassen.

Ich weiß nicht, ob du dich überhaupt schon mal damit auseinander gesetzt hast. Aber eines ist für mich schon klar: Wenn Gott den Menschen als ein Wesen erschaffen hat, das Sprache verwendet, dann kann er diese Sprache auch selbst verwenden, um zu den Menschen zu reden. Absolut und unfehlbar …
Wie das ganze nun allerdings mit den Abschriften, Kopien und Übersetzungen aussieht, nun das ist doch eine ganz andere Geschichte … darum wird es im Artikel X der Erklärung gehen 🙂

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7 Responses to Artikel IV: Die Sprache ist Träger der Offenbarung – oder?

  1. theomix says:

    1. Korinther 13, 12 relativiert für mich die Unmittelbarkeit, die man aus Art. IV lesen kann.

    • Ben says:

      So würd ich dasauch sehen. Das ist ein guter Punkt, den man bei allem Erforschen der Schriften nicht aus dem Auge lassen sollte… das relativiert ein wenig die Absolutheit der Worte… oder sagen wir, einen zu oberflächlichen Umgang mit den Schriften…

    • Theolunke says:

      Hm, gebe Ben recht – guter (und wichtiger) Gedanke … aber auf was bezieht sich die “Stückweise” oder “unklare” Erkenntnis? Muss mal weiter darüber nachdenken – bis jetzt bezog ich das immer auf die direkte “Gotteserkenntnis” – also dass wir Gott einfach nicht “klar” sehen können, sondern nur “wie durch einen trüben Spiegel” …

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