Die Büchse der Pandora

Quelle: Wikipedia

In Belgien gibt es im Moment eine Diskussion wegen dem Tod von Nathan! Nein, es war kein heimtückischer Mord, auch keine tödliche Krankheit, die seinem Leben ein Ende gesetzt haben. Sondern ein Arzt in einer Klinik in Belgien – einer Klinik, in dem offiziell und seit 2002 ganz legal Sterbehilfe durchgeführt wird. Euthanasie, wie das Fremdwort heißt – das klingt auch viel harmloser als Sterbehilfe oder “Tötung auf Verlangen”.

Als 2002 diese Möglichkeit vom belgischen Parlament geschaffen wurde, gab es noch viele Diskussionen. Darf man dass denn, geht das denn. “Ja, aber …” die Argumente dafür lauteten oftmals: Todkranken Menschen einen menschenwürdigen Tod zu ermöglichen. Ein Argument, dass sich am Ende durchgesetzt hat. Sterbehilfe ist mittlerweile in Belgien “normal” geworden, ca. 1300 Personen (lt. Orf-Bericht) nehmen diese Möglichkeit pro Jahr in Anspruch. Macht die stattliche Anzahl von über 13.000 Menschen, die so einen menschenwürdigen Tod bekamen.

Aber eine Frage stellt sich mir schon – hat man da nicht vielleicht eine “Büchse der Pandora” geöffnet? Ich meine, kaum jemand würde dem ursprünglichen Argument widersprechen, oder? Aber Nathan war nicht “todkrank” – er litt an einer psychischen Erkrankung, war als Mann im Körper einer Frau geboren. Er wollte nicht mehr leben, weil er dieses Leben nicht mehr ertrug. Da bot sich ihm der Tod als willkommener Ausweg an, die dafür zuständige Kommission nahm den Antrag auf Sterbehilfe an. Nun wird bereits diskutiert, warum soll das Recht auf ein “menschenwürdiges Sterben” nicht auch Minderjährigen, also zum Beispiel Teenagern oder Jugendlichen, gewährt werden? Oder Menschen mit Demenz, alle möglichen psychischen Erkrankungen können so – falls der Betroffene es nur will – beseitigt werden. Natürlich rein freiwillig, keine Frage.

Aber wenn die “Büchse der Pandora” mal geöffnet ist, dann lässt sich der Sturm kaum mehr einfangen! Dann ist es zu spät … und die Folgen? Ich befürchte, wir sind da noch lange nicht am Ende dieser Entwicklung! Mein Wunsch ist, dass wir in Österreich diesen Weg nicht gehen – Ärzte sind dafür da, Leben zu retten! Leben zu schützen – die Gesellschaft sollte sich dafür einsetzen, ein menschenwürdiges LEBEN zu ermöglichen … und nicht ein Sterben!

Wenn ich mich – auch manchmal hier auf dem Blog – einsetze für den Schutz des menschlichen Lebens vom Anfang an, dann meine ich auch: Den Schutz desselben bis zu seinem natürlichen Ende! Leben ist ein Geschenk, das wir uns nicht selbst gegeben haben – wir haben es bekommen! Als Menschen sind wir nicht die Herren über Leben und Tod, auch wenn wir uns als solche aufspielen. Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der die Entscheidung, wer leben und wer sterben soll, in den Händen von MENSCHEN liegt. Sogar, wenn es meine eigenen wären …

Advertisements
This entry was posted in Standpunkte and tagged , , , . Bookmark the permalink.

10 Responses to Die Büchse der Pandora

  1. Danke für dieses lesenswerte Post – es sind schwierige Fragen, denen wir uns stellen müssen. Sehe es so wie Du; wenn man einmal anfängt – wo zieht man dann die Grenze? Vor allem in einer Gesellschaft, in der der Mensch immer mehr nach seinem Nutzen und seiner Leistungsfähigkeit beurteilt wird und danach, ob er ins Schema passt. Wehret den Anfängen…!

    • Theolunke says:

      Eben, leider wurde den Anfängen nicht gewehrt 😦 Es braucht wirklich entschlossenes Auftreten von Christen und anderen Menschen, die sich FÜR den Schutz des Lebens einsetzen … da sind wir gefordert!

  2. Charly says:

    Da greifst du eine wichtige Frage auf, die so gerne übersehen werden will.
    Wie die Entwicklung sein wird? Genauso wie bei den Abtreibungen. Waren zunächst nur extreme Ausnamefälle als Begründung gedacht, so entwickelt sich dieses nun zur Beliebigkeit. Das wird bei Euthanasie nicht anders werden. Nicht nur dieser konkrete Fall zeugt davon, es gibt noch etliche andere, die mit den urspünglich genannten Extremfällen absolut nichts mehr gemein haben.

    Dieser konkrete Fall bringt aber gleich zwei Paradoxien an den Tag:
    Zum einen zeigt es auf, dass diese sogen. “Geschlechtsumwandlung” keine ist. (Ich empfehle mal eine Internetrecherche dazu und eine gute Betrachtung dessen, was dort als ‘Geschlechtsteil’ bezeichnet wird.) Faktisch wird hier weder Frau zum Mann, noch Mann zur Frau umoperiert – hier werden geschlechtslose Pseudo-Geschlechter erzeugt.
    Wie es dieser obige Fall so gut aufzeigt, scheint das Problem nicht tatsächlich am Körper, sondern in der Psyche der Betroffenen verankert zu sein. Diese Operationen sind nur eine große Lüge.
    Zum anderen zeigt dieser Fall die Unsinnigkeit, die Perversität der Euthanasie auf. Angeblich wird der Sterbewunsch streng unter ethischen Maßsstäben geprüft. Das mag vereinzelt so sein, doch wie wir eben auch hier sehen, es wird mehr und mehr zur Regel, dass der alleinige Wunsch des Sterbewilligen (bald reicht dann wohl auch der Wunsch von Angehörigen alleine auch schon aus) ausreicht, nicht aber mehr nach tatsächlichen ethischen Maßstäben beurteilt wird.
    Dies als Büchse der Pandora zu bezeichen ist äußerst treffend.

    • Theolunke says:

      Danke für den Beitrag 🙂
      Das Thema “Geschlechtsumwandlung” habe ich hier bewusst außen vor gelassen, das wäre ein weiteres Fass, das zu öffnen ich hier nicht vorhatte! Aber hier wie dort ist die Frage. “Wo führt eine Entwicklung HIN” … und das macht mir Sorgen!

  3. Ich denke das Problem ist eher im Humanistischen denken zu suchen- der mensch ( das individum ) hat den höchsten stellenwert, er ist nichts und niemanden mehr rechenschaftspflichtig, er- sie -es entscheidet welches geschlecht er haben will, ob
    ein kind leben darf – oder jetzt auch wenn das Leben zu ende sein soll . Der Begriff Ehtik wird immer mehr aufgeweicht und verzerrt – die Gesellschaft tendiert immer mehr dazu das “alles ok ist” solange du dich gut dabei fühlst…

    Hier glaube ich ist Hosea 4,6 ganz treffend und zwar recht wörtlich:
    MEIN VOLK KOMMT UM AUS MANGEL AN ERKENTNISS

    Eine Nation ohne Gott wird zugrunde gehen- hat sich im laufe der Geschichte immer wieder gezeigt..

    • Theolunke says:

      Stefan, ich befürchte auch, dass das letztendlich die größte Gefahr für unsere Gesellschaft ist. Die Geschichte zeigt, dass oft das Ende der Weltreiche mit einem großen moralischen Verfall und einer Aufweichung der Ethik einherging … Der Humanismus hat hier leider sehr viel Vortrieb geleistet 😦

  4. Phinphin says:

    Bei solchen Fällen, frag ich mich, wieso er sich nicht selbst umbringt, wenn er sein Leben so sehr hasst. Als Arzt und als Staat würde ich mich weigern, Leute unter solchen Umständen bewusst zu töten. Wenn sie ohnehin künstlich am Leben gehalten werden, weil sie im Koma liegen, okay. Aber bei solchen Rechtslagen stehen dann hinterher irgendwelche Teenager mit Liebeskummer oder Personen mit Depressionen auf der Matte und sehen nur noch die Giftspritze als Ausweg.

    • Theolunke says:

      Naja, Phinphin, ich befüchte halt, bei Patienten die im Koma liegen und am Leben gehalten werden, kann so eine Entwicklung anfangen …. und dann dabei aufhören, dass man beliebig seinem Leben staatlich unterstützt und unter medizinischer Betreuung ein Ende setzten darf 😦 claudiadahinden hat weiter oben treffend formuliert: “Wehret den Anfängen” …

      Schockiert bin ich allerdings schon davon, dass ich Ärzte und Kliniken für so etwas hergeben. Wenn ich dort Arzt wäre, würde ich diesem Menschen nicht “die Drecksarbeit” abnehmen ….

      • Phinphin says:

        Ich finde schon, dass es ein Unterschied ist, ob jemand halbtot ist und künstlich am Leben gehalten wird oder quietschlebendig und dann künstlich umgebracht.

      • Theolunke says:

        Klar, es IST ein Unterschied. Aber wenn ich hier Grenzen ziehe, dann muss ich darauf achten, dass die Grenze dann nicht einfach immer weiter verschoben wird. Darum geht es mir … wenn ich nur noch künstlich am Leben gehalten werden würde … Moment mal, ich LAG im künstlichen Tiefschlaf an einer Beatmungsmaschine – ohne dieser hätte ich nicht überlebt (bei einem Autounfall von mir ist auch ein Lungenflügel kollabiert) … ich bin froh, dass es diese Maschine gab!

        Aber nochmals – ich bin dagegen, Menschen auf unbestimmte Zeit künstlich am Leben zu halten, nur weil es “die Technik” halt vermag. “Passive Sterbehilfe” also das Abdrehen von lebenserhaltenden Maschinen ist doch ganz was anderes als “aktive” Sterbehilfe durch Giftspritze oder ähnliches …

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s