Tag 17: Praktische Weisheit – mühsam umzusetzen!

Nach dem Politisieren der letzten beiden Tage geht es nun wieder sehr praktisch und konkret zur Sache. Wobei ich gleich festhalten möchte: Das ganze wird dann auch gleich wieder anstrengender.

Quelle: Sat1.de

Quelle: Sat1.de

Eine Frage zu Beginn: Wer von euch lebte einige Zeit (oder auch jetzt noch) in einer Junggesellenwohnung? Vielleicht kennt ihr das, was gemeinhin unter dem Begriff “biologisch-chemische Langzeitexperimente” geführt wird. Ein vergessener Burger oder ein Tomatensugo verwandeln sich innerhalb weniger Tage in höchst lebendige Mitbewohner, die einem beinahe aus dem Kühlschrank entgegen spazieren. Na gut – so schlimm war es dann auch wieder nicht, aber das Grundproblem kennen wohl die meisten! Eine kleine Menge an verderblichen Gütern stinken innerhalb kürzester Zeit so erbärmlich, als ob man im Wohnzimmer eine Biomüll-Deponie hätte. Oder eine einzige schimmlige Paprika im Gemüsefach verdirbt schnell mal die ganze Ladung.

Aber was haben diese zugegeben etwas unappetitlichen Themen mit Salomo zu tun? Dieser weise König aus dem Alten Testament hatte doch wohl hoffentlich Haushälterinnen, musste sich also kaum mit solchen Problemen herumschlagen, oder? Doch das Grundprinzip war ihm durchaus bekannt: “Tote Fliegen bringen duftende Salben zum Stinken, …” Salomo liebte – wie alle wohlhabenden Menschen seiner Zeit – duftende und kostbare Salböle und Salben. Diese wurden sehr aufwändig hergestellt und mussten anschließend besonders gelagert werden, damit sie nicht verderben. Aber schon klitzekleine Mengen von toten Fliegen können ein ganzes Fass Salböl verderben. Das kann man dann alles wegschmeißen und stinkt innerhalb von kurzer Zeit ganz furchtbar. Da heißt es also wirklich, Hygienevorschriften zu beachten und sorgfältig zu lagern. Aber ging es Salomo hier wirklich um Hygiene und guter Lagerung? Wohl eher nicht – Salomo beschreibt anhand dieses Beispiels, dass kleine Unachtsamkeiten, kleine Versäumnisse oder unscheinbare “Blödheiten” des Alltags große Konsequenzen haben können.

Wer hat sich nicht schon mal gedacht: “Diese kleine Notlüge war nun WIRKLICH notwendig, das war ja auch gar nicht schlimm!” oder “Gut, ich habe nicht die ganze Wahrheit gesagt, aber genau genommen auch nicht gelogen … “oder “Das kann man jetzt wirklich nicht “Steuerhinterziehung” nennen, das macht doch jeder”! Oder auch “Ich rede doch gar nicht hinter dem Rücken von dieser Person, ich verbreite hier nur Fakten …”

Diese Dinge mögen für sich genommen unscheinbare Kleinigkeiten sein! Und doch können sie sie große Konsequenzen mit sich bringen, sie können das “ganze Fass zum Stinken bringen!” Beziehungen können zerstört werden, Vertrauen wird verspielt und Misstrauen gesät. Salomo warnt uns eindringlich davor, solche “toten Fliegen” zuzulassen. Und es ist tatsächlich mühsam, im Alltag immer wieder darauf zu schauen, dass man im Kleinen treu und aufrichtig ist! Das ist eine Herausforderung, die ich in die kommenden Tage mitnehmen werde.

Noch konkreter

Doch Salomo hat mich hier auch noch viel konkreter herausgefordert. In verschiedenen Bereichen meines Lebens schleichen sich kleine “Unachtsamkeiten” ein – und es ist oft zu anstrengend, diese dann zu beseitigen. Ich kümmerte mich also endlich wieder einmal um den Bereich “Finanzen” – hier eine liegengelassene Rechnung, dort eine Benachrichtigung, die ich vergessen habe und da noch eine Versicherungsangelegenheit, die ich endlich regeln muss. Viele “tote Fliegen”, die, jede für sich genommen, wohl nur eine Kleinigkeit wäre. Wenn man diese aber “im Fass” liegen lässt, dann verbreitet sich die verderbende Wirkung und am Ende ist “die Kacke am dampfen”, wie man sagt. Dann fällt einem alles auf den Kopf und man denkt: “Aber es waren doch nur Kleinigkeiten” …

Dieses Prinzip von Salomo lässt sich tatsächlich auf viele Lebensbereiche umlegen – wo sind die “toten Fliegen”, um die wir uns schon lange hätten kümmern sollen? Was sind die Dinge, die unbedingt erledigt werden müssten, die wir aber immer wieder aufschieben? Salomo warnt uns davor, dass das am Ende große negative Konsequenzen haben kann! Also setze ich mich den halben Tag an meine Unterlagen und kümmerte mich endlich wieder mal um die vielen Fliegen …

Ach ja – und ein altes Bolognesesugo in meinem Kühlschrank musste auch endlich ausgeräumt und weggeworfen werden …

PS: HIER <– geht es zur Erklärung, was es mit diesem “30-Tage-Experiment” auf sich hat!

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2 Responses to Tag 17: Praktische Weisheit – mühsam umzusetzen!

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  2. Das kenne ich nur zu gut – inklusive böser Überraschungen im Kühlschrank 🙂 Es ist mit dem “Alter” zwar besser geworden, aber hin und wieder graben wir etwas aus, das wir uns lieber nicht aus der Nähe ansehen. Und auch diese unangenehmen kleinen Dinge, die man immer vor sich hinschiebt, sind mir nicht unbekannt. Was ich immer wieder feststelle: wenn Du so eine leidige Pflicht vor Dir hinschiebst, wirkt sie riesig und unglaublich zeitintensiv – sobald Du Dich hinsetzt und anfängst, stellst Du fest, dass es gar nicht so schlimm ist, und fragst Dich nachher: “Warum habe ich nur so lange gewartet? War ja keine Sache – das nächste Mal…!” 🙂

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