Niemals bereut? (Tag 11)

“Mensch, wenn ich dass damals doch nicht gemacht hätte!” – oder “Warum habe ich diese Chance nicht ergriffen? Dann wäre doch alles viel besser!” oder “Ich hätte das niemals anfangen sollen – jetzt hab ich den Schlamassel!”

Kennt ihr solche Gedanken? Den meisten Menschen fallen Dinge ein, die sie wohl gerne anders gemacht hätten. Situationen, wo sie gerne andere Entscheidungen getroffen hätten. Aussagen, die sie gemacht haben, die man im Nachhinein bereut! “Was wäre wenn …” ja, dann wäre wohl sicherlich alles anders geworden. Schöner. Besser. Oder doch nicht?

Ich möchte euch ein Beispiel aus meiner Geschichte erzählen: Als ich 21 Jahre alt war, beschloss ich, nach meiner Schicht bei McDonalds (Studentenjob) um Mitternacht nach Bergneustadt (nähe Köln) zu fahren. Dort wohnte eine gute Freundin von mir, die hatte es gerade nicht leicht, und ich wollte ihr etwas seelischen Beistand leisten. Der Plan war, um Mitternacht loszufahren, zum Frühstück in Bergneustadt zu sein, am Vormittag was zu unternehmen, sich Nachmittags ein bisschen aufs Ohr zu hauen und dann wieder heimzufahren (ich gebe zu, der Plan hat damals besser geklungen, als er es heute tut …)! Christian, ein Freund von mir, war mit dabei, es ging also mit seinem Audi 80 los. Es fing dann auch gleich an, heftig zu schneien, doch die Überlegungen, umzukehren wurden zur Seite gewischt. Tja, mit 21 denkt man halt doch, was kost’ die Welt, was soll schon passieren – man fühlt sich in gewissem Sinne unverwundbar, oder? Die letzte Erinnerung habe ich vom Autobahnwegweiser Frankfurt/Gießen, danach wachte ich im LKH Innsbruck nach 6 Tagen künstlichem Tiefschlaf wieder auf. Auto – Totalschaden. Christian bei dem Unfall gestorben, ich selbst querschnittsgelähmt.

Rollstuhlfahrer auf der Wiese

Es bleibt die Frage: Habe ich die Entscheidung jemals bereut? Würde ich heute wieder so entscheiden? Nun – zur zweiten Frage, definitiv NEIN (und damit ist der Beweis geführt, ich bin tatsächlich ein bisschen erwachsen geworden)! Die erste Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Habe ich es bereut? Vermutlich nicht – nein, eigentlich nicht. Ich bin davon überzeugt, dass mein Leben, mit ALLEM was darin passiert ist und noch passieren wird in Gottes Hand ist! Dass er einen wunderbaren Plan für mein Leben hat und dass ich eines Tages bei ihm sein werde und zurückschauen kann, und sage: “Gott, du hast alles wunderbar geführt! Danke für dieses Leben!”

Und das ist die Lektion, die Gott mir in meinem Leben immer wieder lehrt. Salomo sagt im Buch “Prediger” in Kapitel 3,11: “Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit” und der Apostel Paulus sagt in seinem Brief an die Kirchengemeinde in Rom in Kapitel 8, Vers 28: “Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.” Diese Verse sagen nicht, dass wir alles “Gut” finden müssen. Das wir uns stoisch unserem Schicksal ergeben sollen. Sondern dass ich darauf vertrauen kann, am Ende WIRD alles gut sein! Das ist ein Versprechen von dem Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Ein Versprechen, dass wie eine Insel in einem Meer von Ungewissheiten und Stürmen fest steht! Gott sagt: “Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte (mein Versprechen an dich) wird niemals vergehen!

Und ich kann auch aus meiner Perspektive, wo ich noch nicht alles weiß, wo ich bei manchen Dingen immer noch ein großes Fragezeichen sehe, trotz all dem erlebe ich das in meinem Leben: Ich habe – auch durch den Unfall – meine wunderbare Ehefrau kennengelernt, die ich um keine gesunde Wirbelsäule der Welt missen will! Gott hat mir ein dankbares Herz geschenkt, wodurch ich mein Leben genießen kann! Und ich weiß, dass ich eines Tages bei Gott sein werde, wo wir einen “neuen Körper” bekommen werden (Lies mal 2. Korinther 5)

Ich möchte heute nicht allgemein auf “Leid” und so eingehen. Dieses Thema ist sehr umfangreich, vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen und Wochen noch Gedanken zu diesen Fragen.

PS: HIER <– geht es zur Erklärung, was es mit diesem “30-Tage-Experiment” auf sich hat! Die Beschäftigung mit den “Weisheiten Salomos” begleitet mich momentan durch den Alltag!

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7 Responses to Niemals bereut? (Tag 11)

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  2. ilona-rennt says:

    Nein, solche Gedanken kenne ich (ebenfalls) nicht. Bis jetzt habe ich aus jeder Entscheidung oder Erfahrung gelernt. Mal auf die sanfte ,mal auf die harte Tour. Die Erkenntnis darüber kam nicht immer sofort aber nach einiger Zeit trat sie ein.

    “dem dient alles, was geschieht, zum Guten.” – So und nicht anders.

    Ich glaube aber, dass man diese Sichtweise erst erlernen oder erkennen muss. Wenn es soweit ist, gibt es keine “Probleme” mehr nur noch “Herausforderungen”.

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  6. Sabrina says:

    unglaublich wie du damit umgehst. sehr ermutigend 🙂

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