Tag 7: Tod! – das Ende der Weisheit?

Es ist schlimm, dass jeden hier auf dieser Erde das gleiche Schicksal trifft; auch dass das Herz des Menschen durch und durch böse ist und dass sein Herz erfüllt ist von Unverständnis, solange er lebt. Und am Ende müssen alle sterben. (Prediger 9,3)

Nein, dieses Thema habe ich mir heute nicht ausgesucht. Ich schreibe lieber über lustige Themen. Lebensbereiche, wo ich ein bisschen flapsig und humorvoll sein kann. Wo es nicht so ernst zugeht und man Scherze machen kann – und Menschen gerne darüber lachen. Der Tod gehört definitiv NICHT in diese Bereiche. Die meisten Menschen halten es lieber mit dem Komiker Woody Allen, der gesagt haben soll: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich möchte nur nicht dabei sein!“ Und so geht es doch den meisten, oder? Wir beschäftigen uns nicht gerne mit solchen Fragen. Und doch begegnen uns diese Fragen immer wieder – der Tod gehört zum Leben dazu! Statistisch gesehen ist es tatsächlich so, dass das Leben eine 100%tige Mortalitätsrate hat! Von 100 Leben enden ebenso viele mit dem Tod.

Quelle: Fotolia

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In dieser Woche hörte ich von zwei tragischen Todesfällen, durch die ich wieder neu herausgefordert wurde. Zwei Menschen, knapp über 50, aktiv, gesund und voller Pläne. Von einem Moment auf den anderen aus dem Leben gerissen, Game Over! Ende. Aus.
Wir leben so, als ob wir ewig auf dieser Welt leben würden, machen Pläne und überlegen uns wie unsere  Zukunft aussieht. Mit einem dieser zwei Personen habe ich selbst noch einen Termin für 2015 ausgemacht. Wie selbstverständlich sind wir davon ausgegangen, dass wir beide noch am Leben sein werden. Warum auch nicht? Ja, warum eigentlich? Warum sterben Menschen einfach so? Warum werden Menschen so brutal aus dem Leben gerissen? Und warum trifft es anscheinend immer die Falschen? Schon Salomo im Buch Prediger hat sich diese Frage gestellt. Aber hier gibt er uns keine Antwort. Sondern will uns herausfordern. Die Bibel sagt: „Gedenke, Mensch, dass du sterben musst, auf dass du weise wirst!“ Das steht in Psalm 90, und Salomo würde das vermutlich genauso unterschreiben. Was bedeutet das? Andreas Eyl hat es heute in seiner Predigt über diesen Vers so beschrieben: „Kein Mensch hat am Sterbebett vermutlich je gedacht: ‚Wenn ich doch nur mehr gearbeitet hätte!‘ oder ‚Wenn ich doch nur statt Zeit mit der Familie zu verbringen mehr Geld verdient hätte‘ oder ähnliches.“ Oder? Nein, es scheint tatsächlich so zu sein, dass wir ANDERS leben würden, wenn wir unser Sterbedatum wissen würden. Oder etwa nicht? Wir würden unseren Partner öfter küssen, unser Essen mehr genießen, unseren Freunden mehr Zeit widmen usw. Aber mal ganz ehrlich – wenn wir doch eh wissen, DASS wir sterben müssen: Warum leben wir dann nicht so?

Ein Gedankenexperiment

Quelle: Wikimedia

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Ich habe mir die Zeit genommen, einmal darüber nachzudenken, was die Menschen bei MEINEM Begräbnis sagen sollen. Das ist ein ganz interessantes Gedankenexperiment, schließ die Augen und stell dir vor, du spielst „Mäuschen“ bei deiner Beerdigung. Wie sollen die „Abschiedsreden“ klingen? Es empfiehlt sich, diese dann auch tatsächlich aufzuschreiben. Man möchte da doch hören (und zwar EHRLICH GEMEINT – und nicht nur ‚pro forma‘): „Er war ein liebevoller Ehemann/Vater! Er hatte IMMER Zeit für die Menschen, die ihm wichtig waren! Er lebte ein sinnvolles Leben und wusste, wofür er auf der Welt war! Sein Leben war für viele Menschen eine Bereicherung! …“ Aber ich möchte euch hier ein Geheimnis verraten: Wenn wir wollen, dass die Menschen DAS von uns bei unserem Abschied sagen, müssen wir HEUTE konkrete Schritte setzen, damit das so ist! Wir müssen HEUTE liebevoller werden, HEUTE mehr Zeit mit unseren Lieben verbringen, HEUTE das Leben mehr genießen und HEUTE in andere Menschen investieren. Denn morgen kann es zu spät sein! Gedenke, Mensch, dass du sterben musst …

PS: HIER <– geht es zur Erklärung, was es mit diesem “30-Tage-Experiment” auf sich hat!

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3 Responses to Tag 7: Tod! – das Ende der Weisheit?

  1. ilona-rennt says:

    Ich habe mich schon vor Jahren, damals unfreiwillig, mit diesem Thema auseinandergesetzt. Es war eine lange schmerzhafte Erfahrung; aber sie hat mich reifer werden lassen. Ich sehe den Tot nicht als meinen Feind an, sondern als ein Teil meines Lebens.

    Durch dein “Gedankenexperiment” und deine Schlussworte ist mir bewusst geworden, dass ich mein Leben vollkommen richtig und erfüllt lebe. Sollte ich morgen im sterben liegen, kann ich natürlich nicht behaupten “ich habe alles getan bzw. geschafft” was ich wollte. Dennoch könnte ich gehen, da ich weiß, ich habe an meinen Zielen und an mir selbst gearbeitet. So lange wie es eben möglich war.

    • theolunke says:

      “Den Tod nicht als Feind sehen” – dass ist das, was uns das Buch Prediger auch lehren will. Der Tod ist unvermeidlich, also müssen wir lernen, damit zu leben! Danke für das Feedback .) solche Gedankenexperimente müssen ja nicht immer dazu führen, dass wir alles ändern müssen! Es kann auch wirklich einfach eine gute Bestätigung sein, dass der Weg stimmt!

  2. Pingback: Tag 23: Ein Besuch im “Trauerhaus” oder: Wo wir weise werden … | Der Theolunke

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