Tag 6: Im Regen gestanden?

Diesen Artikel schreibe ich jetzt GANZ ungern. Es ist nämlich auch ein bisschen ein Geständnis. Nach meinem “Ruhetag” am Freitag dachte ich mir: “Cool, nimmst dir einen Vers, wo du so richtig ‘ranklotzen’ kannst” – es wurde Prediger 10,18: “Faulheit lässt das Gebälk schief werden, und das Dach wird undicht, wenn die Hände lässig im Schoß liegen.”

Ich erstellte mir also eine Liste mit Dingen, die unbedingt zu tun sind. Es ist nicht so, dass irgendwo schon “das Dach undicht” gewesen wäre, aber es gab einiges zu tun, was getan werden müsste. Doch gleich zu Beginn des Tages startete ich – anstelle anzupacken – mit einer langen Kaffeepause. Über Mittag war ich dann bis zum Nachmittag mit meiner wunderbaren Ehefrau unterwegs und abends ging ich ins Station zum Fussballschauen. Es war also – und das muss ich hier an dieser Stelle zugeben – eher ein “Hände lässig in den Schoß” legen, anstelle von wirklichem anpacken. Vielleicht denkst du jetzt: “Ja, war wohl nicht so schlimm! Ein undichtes Dach ist doch kein Problem – solange es nicht regnet!” Aber wenn wir die Aufgaben, die “dran” wären, NICHT erledigen, dann muss sie entweder ein anderer erledigen. Oder sie fallen uns irgendwann einmal tatsächlich auf den Kopf. Beziehungsweise regnet es uns auf den Kopf, weil wir “ins Schleudern” kommen und uns irgendwann alles außer Kontrolle gerät. Ein klassisches Beispiel ist das Aufräumen: Wenn ich immer ein bisschen etwas im Haushalt mache, dann passt es im Großen und Ganzen. Falls ich aber “die Hände in den Schoß” lege und längere Zeit nichts mache, dann wird es irgendwann eine richtig große Sache wo wir viel Zeit und Kraft investieren müssen. Dann haben wir meistens auch noch anderes zu tun, und dann meldet sich Besuch an – und schon ist “Feuer am Dach”, bzw. um es mit Salomos Worten zu sagen, regnet es herein.

Ein anderes Beispiel ist das “Lernen” in Schule und Studium. Wenn ich immer “dran” bleibe, werde ich auch kurz vor Prüfungen keinen Stress bekommen. Ansonsten kann es immer passieren, dass es mich am Ende schleudert (das ist jetzt – von mir – ein eher theoretischer Tipp, in meiner Schul- und Studentenzeit habe ich leider FAST NIE geschafft, das so umzusetzen 😦 )

Kein Regen?

In meinem Fall war es dann so, dass die Aufgaben, die im Haushalt gestern liegen geblieben sind, HEUTE von meiner lieben Ehefrau Iris gemacht werden mussten – zu Mittag bekamen wir Besuch und da musste die Wohnung dann doch aufgeräumt sein! In diesem Fall hat es tatsächlich zum Glück “nicht geregnet” und das undichte Dach ist mir nicht zum Verhängnis geworden. Allerdings sollte man sich nicht immer auf das Glück verlassen, sondern auch hier auf Salomo hören. Ich denke, ich werde diesen Vers an einem anderen Tag noch einmal zu mir sprechen lassen!

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2 Responses to Tag 6: Im Regen gestanden?

  1. Elly says:

    Also ich finde ja, dass du den perfekten Vers für den Tag gefunden hast … du hast auch danach gehandelt … in dem Fall halt vielleicht nicht im positiven Sinn, wie du es sonst machst (warum eigentlich) … auf jeden Fall hast du aber auch die Auswirkungen zu spüren bekommen (schlechtes Gewissen?), die dementsprechend halt auch nicht positiv waren – also ganz gut dazu gepasst haben.

    Wer hat denn verlangt, dass alles immer den “perfekten” Weg gehen muss? Warum nicht mal “die andere Seite” ausprobieren? Um die (samt Auswirkungen) auch einmal im Lichte des Experimentes zu betrachten …
    … auch wenn vielleicht die Faulheit manchmal ein viel zu bekannter Begleiter ist … aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft?

    Und hey, es war EIN Tag von 30 …
    Abgesehen ist das Gegenteil von etwas immer nur die Kehrseite der selben Medaille.

    🙂

    • theolunke says:

      hey Elly, danke für den Kommentar 🙂
      Aber auch wenn es nicht “Absicht” war, ist der Effekt trotzdem gut .. wenn ich wissen will, ob die Weisheit “besser” ist (wie in meiner Predigt als “Ausgangsthese” behauptet), muss ich doch auch mal das Gegenteil ausprobieren 🙂

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