Tag 4: Reden ist Silber, Schweigen ist …

Na gut, ich gebe zu, dieses Sprichwort steht so nicht in der Bibel. Habe gerade mal gegooglet wo dieser schlaue Satz eigentlich herkommt – so genau weiß man das wohl gar nicht. Doch schon im 16. Jahrhundert fand man die Aussage in lateinischer Form: “Narratio argentea, Silentium vero aureum est ..

Aber gut, die Bibel wusste diese Dinge schon viel früher. Schon der weise König Salomo sagt uns: “Denk erst nach, bevor du betest, sei nicht zu voreilig! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde – also sei sparsam mit deinen Worten!” Na toll – und das heute, wo doch abends immer GEBETSABEND ist. Was soll ich nun mit dieser Weisheit anfangen? Wohl am Besten gar nicht hingehen, denn auf einen Gebetsabend gehen um dann “sparsam mit den Worten” zu sein, das geht wohl doch irgendwie am Sinn vorbei! Oder doch nicht?

Salomo sagt uns ja nicht, dass wir GAR NICHTS beten sollen. Sondern eben, dass wir nicht voreilig sein sollen, dass wir vorher nachdenken sollen. Also “Erst denken – dann beten!” So formuliert klingt das doch schon ein bisschen klarer. Denn vielleicht kommt dem einen oder anderen ein Gebet in dieser oder ähnlicher Form bekannt vor:  “Großer Gott, wir danken dir für diesen Tag und (gerade wusste ich noch, was ich sagen wollte)… äh, ja, es ist ein schöner Tag (wofür wollte ich eigentlich beten?) … wir danken dir, das du ihn so schön gemacht hast (Mist – es fällt mir nicht mehr ein! Irgendwas wichtiges …) – auf jeden Fall auch danke dafür dass die Sonne scheint und, ja, danke für den Tag eben! Amen” Natürlich können wir Gott ALLES sagen, er ist unser Vater im Himmel und hört uns IMMER zu. Aber vielleicht sollten wir – wie Salomo sagt – manchmal auch bedenken dass “Gott im Himmel” ist – und wir eben noch auf der Erde (zum Glück – irgendwie, denn wirkliche Todessehnsucht verspüre ich zur Zeit überhaupt nicht!)! Gott ist eben Gott – für mich hat das heute Abend in der Gebetszeit dann auch einen echten Unterschied gemacht.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Also, ich muss dazu sagen, nachdem ich derjenige war, der für den Abend verantwortlich war, konnte ich es auch so planen wie ich es wollte. Wir starteten also gemeinsam mit einer ca. 5-Minütigen Stille! Das klingt jetzt vielleicht wenig, aber habt ihr schon mal versucht, in einer Gruppe von Menschen STILL zu werden? Nach ca. 30 Sekunden fängt man an, nachzudenken: “Gut, jetzt war es schon lange still – das waren sicher schon fast 5 Minuten”

Nach 45 Sekunden dann: “Hm, immer noch nicht – gut, konzentrieren wir uns nochmal. Um was geht es? Ach ja, still werden …” Nach einer Minute 30 Sekunden denkt man dann: “Mensch, hat der Typ die Uhr übersehen? Oder ist er eingeschlafen? Ist doch mindestens schon eine halbe Ewigkeit vergangen. Und überhaupt, warum ATMET der Kerl da neben mir so laut???” Und so weiter -jedes Knacken das man irgendwo hört wird plötzlich so laut wie ein Donnerknall, jedes Rascheln hat unsere volle Aufmerksamkeit.

Ihr seht also, wirklich “Still” zu werden vor dem Beten ist gar nicht so einfach. Das ist eine echte Herausforderung, der ich mich wohl auch in Zukunft noch öfter stellen werden muss. Wie schon gesagt, Salomo sagt NICHT, dass wir nicht beten sollen! Im Gegenteil, er geht wie selbstverständlich davon aus, das Gebet ein Teil unseres Lebens ist. Aber wir sollen eben nachdenken, bevor wir reden. Uns bewusstmachen, mit wem wir es zu tun haben. Wer Gott ist. Und wie er ist! Und manchmal ist es vielleicht auch einfach nur dran, zuzuhören. Weil er mal reden will – so funktioniert ja “Kommunikation”, oder?

Kurz und Knackig

Bibelvers: Prediger 5,1

Aufwand: Vor jeder Gebetszeit – egal ob allein oder in der Gruppe – Raum einplanen!

Drei Schritte zur Weisheit

  1. Beten (wenn du nicht betest, hat sich der Vers schon erledigt 🙂
  2. Vorher: Nachdenken und sich bewusst machen wer Gott ist
  3. Die Stille aushalten

Meine Erkenntnis: Stille kann sehr laut sein – daran möchte ich arbeiten!

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