Tag 3: Herztransplantation für Anfänger

Heute in der Früh hatte ich wieder eine kurze Diskussion mit Gott über den Vers für den heutigen Tag. Ich las meine Liste mit Versen aus dem Buch Prediger und blieb bei Prediger 10,2 hängen. Den Weisen führt sein Herz den rechten Weg, der Dummkopf wird von seinem Herzen zum Bösen verleitet. Das ist so ein Vers, wo ich mir oft denke: OK, das ist wohl trivial, oder? Der Weise trifft richtige Entscheidungen, der Dummkopf falsche. Das klingt ungefähr so weise wie Forest Gump mit seinem Ausspruch: „Dumm ist der der Dummes tut“ – No na! Aber ich hatte den Eindruck als ob Gott meinte: „Doch, diesen Vers nimmst du für heute!“ Ich las alle anderen Verse meiner Liste, fand aber nichts was mich wirklich ansprach. Dann las ich das ganze Buch „Prediger“, vielleicht hatte ich ja einen guten praktischen Vers übersehen, der mich heute begleiten konnte. Fehlanzeige – also doch 10,2. Hätte mir die Arbeit sparen können und – wenn ich schon das Gefühl gehabt habe, dass Gott diesen Vers für heute vorgesehen hatte, gleich nachgeben können.

Aber gut – was mache ich nun mit diesem Vers praktisch? Ich lese ihn also nochmals, diesmal genauer. Das Herz leitet den Weisen auf den rechten Weg, den Dummkopf auf den bösen Weg. Aber was ist eigentlich „das Herz“? Wer trifft da die Entscheidungen? Ich bin ja – geprägt von unserer Zeit – zutiefst davon überzeugt, dass ICH SELBST meine Entscheidungen treffe. Also mein „Ich“ – was auch immer das ist. Zugegeben, rein philosophisch betrachtet macht man mit diesen Begriffen „Freier Wille“, „das ICH“ und so weiter ganz große Fässer auf, die ich heute sicherlich nicht leeren werde. Nach einer kurzen Internetrecherche bin ich schlauer. Zuallererst natürlich meint das Herz hier NICHT das Organ an sich. Das war mir auch klar, auch in unserem Sprachgebrauch ist das offensichtlich. Wenn jemand sein Herz verschenkt, dann hat das üblicherweise nicht medizinische sondern seelische Folgen. Aber in der Bibel meint das Herz auch noch etwas anderes als wir heute darunter verstehen. Wenn wir heute jemanden als „Herzlos“ bezeichnen ist das – nach unserem Verständnis – jemand, der gefühllos, kalt und ohne Mitgefühl ist. Im Alten Testament ist das Herz aber der Sitz des Willens und des Verstandes. Unser Herz bestimmt wo´s lang geht. Man könnte also sagen, der freie Wille sitzt irgendwie im Herz – so wie es das Alte Testament versteht.

Nun wird es ein bisschen klarer – bei diesem Verständnis von „Herz“ ist es klar, das Herz bestimmt wo es langgeht. Und da fängt dann das Problem an: Habt ihr schon mal einen Hundebesitzer oder eine Hundebesitzerin gesehen, die einen großen Hund an der Leine hatte, der ganz genau das macht, was ER wollte? Mir stellt sich da unwillkürlich die Frage: Geht da der Herr mit dem Hund spazieren – oder der Hund mit dem Herrchen? Die Antwort bekommt man spätestens dann, wenn Hund samt Herrchen an der Leine ins nächste Gebüsch verschwinden …

So ein Anblick hat durchaus etwas Erheiterndes an sich – oder? Aber ein Gedanke lässt mich dann den ganzen Tag nicht los: Was bestimmt eigentlich meinen Weg? Wer bestimmt, wo es in meinem Leben langgeht? Den Weisen führt sein Herz auf den rechten Weg – warum eigentlich? Beziehungsweise warum führt das Herz den Dummkopf auf den bösen Weg? Kann es vielleicht sein, dass jeder von uns dasselbe Herz hat? Und es eigentlich auf die Frage ankommt, ob unser Herz bestimmt wird durch unsere eigenen egoistischen Wünsche und Vorstellungen? Als ich heute einmal meine eigenen Motivationen durchleuchtete, war ich ziemlich schockiert: Die meisten Dinge die ich tue oder nicht tue, haben ziemlich einfach durchschaubare Motive: Bequemlichkeit, die Angst, schlecht vor anderen dazustehen, das Bedürfnis, gelobt zu werden, usw. Dass sind für sich selbst genommen keine „schlechten“ Dinge.  Aber wenn diese Sachen mein Herz – und somit all meine Entscheidungen, mein ganzes Leben – beeinflussen, dann habe ich ein Problem.

Die Frage, die sich mir dann gestellt hat, war folgende: Lasse ich zu, dass meine egoistischen Motive und Ziele mein Herz kontrollieren – und somit mich beherrschen. Geht mein „Ego“ mit mir Gassi? Dieser ganze Wunsch nach „Selbstbestimmtheit“ ist letztendlich eine große Lüge, die wir gerne glauben. Bob Dylan – ihn kennen die meisten hoffentlich – schreibt: „Everybody has to serve somebody – it may be the devil or it may be the lord“! Wenn ich meine, ich selbst gebe den Kurs vor, dann ist das eine Illusion. Ich lasse mich in Wahrheit bestimmen von selbstsüchtigen und egoistischen Begierden, die – und da gebe ich Bob Dylan recht – vom Teufel, dem Satan, dem Verursacher von allem Bösen, kommen.

Als ich darüber nachdachte, kam mir eine Bibelstelle aus dem Propheten Hesekiel in den Sinn. Da geht es auch um das Herz und da wird dieses Problem auch genannt. Wie können wir verhindern, dass das, was ich oben geschrieben habe, passiert? Wir brauchen eine Herztransplantation, wir brauchen ein „neues Herz“. Gott sagt durch den Propheten Hesekiel, im Kapitel 36:

Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.

Quelle: tilak.at

Quelle: tilak.at

Diese „Herztransplantation“ sollten wir tunlichst nicht selbst machen – so etwas könnte dann schon mal lebensgefährlich sein, wenn man da selbst herumdoktort. Die Bibel sagt, Jesus will uns so ein „neues Herz“ geben. Wir müssen dieses Geschenk nur annehmen. So – gut, also das hab ich erkannt. Soweit so gut – aber was heißt das praktisch? Ich treffe jeden Tag Entscheidungen, heute habe ich mir die Zeit genommen, auch einmal die Motive dahinter zu prüfen. Und da sind einige dabei, wo ich mich wohl eher wieder von dem sturen alten Hund meines „alten“ Herzens ins Gebüsch ziehen habe lassen. Jetzt, als ich abends darüber nachdenke und bete ärgert mich das wirklich. Ich HABE doch ein neues Herz, also wird es an der Zeit, dass ich aus diesem heraus lebe! Dass ich Entscheidungen treffe, die nicht meinem Ego dienen, sondern Gott! Ich bitte Gott um Vergebung für die Dinge, wo nicht mein „neues Herz“ den Weg bestimmt hat, sondern ich mich wie ein Dummkopf“ auf einen falschen Weg verleiten habe lassen. Wenn ich das öfter mache – davon bin ich überzeugt – werde ich mich in Zukunft ganz natürlich vom „neuen“ Herz auf den rechten Weg führen lassen.

Der heutige Tag hat mich nicht zum Messer schleifen oder Projekte abschließen gebracht. Und doch war es für mich spannend und sehr praktisch – immerhin ist jeder Tag VOLL mit Entscheidungen. Wodurch lasse ich mich morgen in diesen Entscheidungen leiten?

Kurz und knackig

Bibelvers: Prediger 10,2

Aufwand: Unterschiedlich

Drei Schritte zur Weisheit

  1. Die eigenen Motive erkennen (Vorsicht: Manchmal erschreckend!!)
  2. Darauf vertrauen, dass Jesus dir ein NEUES Herz geben kann
  3. Bewusst immer wieder Entscheidungen vom “neuen” Herz leiten lassen (und immer wieder um Vergebung bitten, wo das nicht geschehen ist)

Meine Erkenntnis: Auf den ersten Blick triviale Wahrheiten offenbaren einen tiefen Blick in mein Herz!

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