Tag 1: Hinten kackt die Ente

Welcher Vers des Buches Prediger versteckt sich hinter dem Titel des ersten Tages?

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Salomo wusste diese Weisheit durchaus eloquenter zu formulieren, doch die Grundaussage ist dieselbe. Das Zitat stammt von einem weisen alten Freund von mir, der damit zum Ausdruck bringen will, dass erst am Ende einer Sache das Entscheidende daherkommt. Salomo schrieb dazu: „Das Ende einer Sache ist besser als ihr Anfang!“

Ich stehe am Anfang meines jüngsten Projektes, 30 Tage lang mit Weisheiten aus dem Buch Prediger zu leben. Die Frage, die dahinter steht, ist folgende: Hat uns die 3000 Jahre alte Weisheit des König Salomo auch heute noch etwas zu sagen? Findet man im Zeitalter von Internet, Smartphones und Lebensabschnittspartnern wirkliche Orientierung für den eigenen Alltag? Gleich zu Beginn fand ich eine ziemlich harte Nuss zu knacken. „Das Ende einer Sache ist besser als ihr Anfang!“ – das klingt schon mal ziemlich konkret. Und sofort regt sich in meinem Kopf heftiger Widerstand! Stimmt gar nicht, möchte ich Salomo zurufen: Der Beginn eines neuen Projektes, einer neuen Idee ist viel spannender! Viel aufregender und – naja, eben „besser“! Ich beginne gern neue Dinge, und selbst wenn Sachen am Ende nicht fertigwerden (was durchaus häufig vorkommt), sage ich mir: „Egal, der Weg ist das Ziel …“

Aber stimmt das – oder ist das nur eine bequeme Aussage für Leute wie mich? Damit man eben angefangene Arbeiten nicht fertigmachen muss. Pläne zu Ende bringen ist meist mühsam, da gibt es Abrechnungen zu legen, Abschlussberichte zu schreiben, aufzuräumen und ähnliches. Nun, heute stand das ganz groß auf meiner Agenda: Das Ende einer Sache ist besser als ihr Anfang! Ich ging also in mich und schrieb eine Liste mit offenen Projekten und angefangenen Baustellen der letzten Wochen und Monate. Da kam doch einiges zusammen! Und als ich darüber nachdenke, muss ich wohl meinen Irrtum ein Stück weit eingestehen: Die meisten dieser Ideen sind ziemlich wertlos wenn am Schluss nicht ein Ergebnis präsentiert werden kann. Um da tatsächlich auch konkret weiterzukommen ordnete ich das Geschriebene in drei Rubriken ein: 1. „Kann heute noch fertig gemacht werden“, 2. „Kann in den kommenden Wochen abgeschlossen werden“ und 3. „Wird definitiv noch länger dauern“!

Unter der ersten Rubrik stand dann nur eine Sache: „Pro Christ 2013“ – ach ja, da war noch etwas. Ich bin – also WAR – verantwortlich für die Schlussabrechnung. Mal ganz ehrlich: Wer gibt MIR so eine Aufgabe? Muss wohl jemand sein, der meine Abneigung für Rechnungen im Allgemeinen und Abschlüssen im Speziellen noch nicht kannte. Nach einem halben Jahr Wartezeit darauf sollte das nun klar sein. Aber zurück zu Salomo: Als ich die Abrechnung endlich erledigte und abschickte fühlte ich mich richtig gut! In den letzten Wochen und Monaten kam das Thema immer wieder einmal in meine Gedanken und es war durchaus unbefriedigend, dass das noch nicht erledigt ist. Auch wenn ich mir schon öfter fest vornahm, das zu erledigen … ich muss wohl nicht weiter erzählen, ihr kennt das vielleicht!

Treasure chest at the bottom of the seaHeute war auf jeden Fall eine sehr konkrete Sache „dran“ – hier muss ich Salomo uneingeschränkt Recht geben, der Wert einer Sache steht erst fest, wenn alles gut abgeschlossen werden konnte. Erst am Ende – oder eben hinten kackt die …

Kurz und knackig

Bibelvers: Prediger 7,8

Aufwand: Unterschiedlich, bei mir heute ca. 1-2 Stunden

Drei Schritte zur Weisheit

  1. Übersicht über “offene Projekte” im Leben verschaffen
  2. Einteilen in “Sofort zu erledigen”, “In nächster Zeit zu erledigen” und “langfristig”
  3. Die “Sofort zu erledigen” Dinge gleich anpacken, für den Rest eventuell Zeitplan erstellen

Meine Erkenntnis: Der Weg ist nicht immer das beste Ziel …

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5 Responses to Tag 1: Hinten kackt die Ente

  1. Alissa says:

    Wow Roman, da hast de echt ins Schwarze getroffen…. Ich bin ja auch nicht so für das Abschliessende… aber das könnte ich mir ja doch mal überlegen… Ist ein guter Ansatz mit der Liste. Und es ist auf jeden fall was dran, wenn man Dinge abschliesst. Gruß

  2. ilona-rennt says:

    Start und Ziel ist für mich persönlich immer am spannendsten. Der Weg bzw. die Mitte ist oft zäh und anstregend und raubt viel mehr Energie als alles andere.

    Ach ja, am Ende kackt die Ente wird nun in meinen Alltag eingebaut. Das wird besonders die Lehrlinge freuen 😉

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  4. Pingback: Tag 30: Das Ende ist besser als der Anfang – GANZ EHRLICH! | Der Theolunke

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